Revolution: Smarte Spermienauswahl – bis zu 10 % bessere Embryoqualität

Smarte Spermienauswahl – bis zu 10 % bessere Embryoqualität

Revolution bei der Identifizierung des kompetentesten Spermiums: eine neue Selektionsplatte verbessert die Embryoqualität um bis zu 10 %

In der assistierten Reproduktion macht Präzision den Unterschied. Heute wissen wir, dass es nicht ausreicht, die Befruchtung zu erreichen: Auch die Qualität des ausgewählten Spermiums beeinflusst direkt die embryonale Entwicklung, die Implantation und letztlich die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft.
Seit Jahrzehnten entwickelt sich die Reproduktionsmedizin weiter, um diesen entscheidenden Moment zu optimieren.

Von der ICSI zur heutigen Herausforderung: präzisere Selektion

Bei der natürlichen Empfängnis wirkt die Biologie als hochselektiver Filter, bei dem nur die kompetentesten Spermien die Eizelle erreichen.
Die Einführung der ICSI in den 1990er Jahren ermöglichte es, schwere Formen des männlichen Faktors zu überwinden, indem ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle injiziert wird. Dieser Fortschritt übertrug jedoch eine entscheidende Verantwortung auf das Labor: die Auswahl der kompetentesten Keimzelle.
Seitdem besteht die eigentliche Herausforderung nicht mehr nur darin, eine Befruchtung zu erreichen, sondern das Spermium mit der besten genetischen Integrität und der höchsten funktionellen Fähigkeit möglichst präzise zu identifizieren.

Wenn eine scheinbar normale Beurteilung nicht ausreicht

Motilität und Morphologie waren traditionell die wichtigsten Selektionskriterien. Heute wissen wir jedoch, dass ein Spermium mit normalem Erscheinungsbild unsichtbare Veränderungen aufweisen kann, wie etwa DNA-Fragmentierung oder oxidativen Schaden, die die Embryoqualität beeinträchtigen können.
Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse haben eine neue Forschungsrichtung angestoßen: die natürlichen Mechanismen biologischer Selektion im Labor nachzubilden, anstatt sich ausschließlich auf visuelle Kriterien zu verlassen.

Die von Instituto Bernabeu entwickelte Spermien-Selektionsplatte zur Verbesserung des reproduktiven Erfolgs

In diesem Zusammenhang entstand die von Instituto Bernabeu patentierte Spermien-Selektionsplatte nach sechs Jahren eigener Forschung.

Dr. Andrea Bernabeu García erklärt: „Es handelt sich um eine weltweit einzigartige Technologie, die einen biomimetischen Ansatz verfolgt: Anstatt sich ausschließlich auf die mikroskopische Beobachtung zu stützen, wird im Labor eine Umgebung geschaffen, die dem weiblichen Reproduktionstrakt ähnelt.

Der Schlüssel des Patents liegt in der Verwendung von Granulosazellen der Patientin selbst. Diese Zellen umgeben die Eizelle natürlicherweise und besitzen die biologische Fähigkeit, Spermien mit dem größten genetischen Potenzial anzuziehen und zu selektieren.

Die Platte enthält Mikrokanäle und ein System der zellulären Interaktion, das die physiologische Umgebung rund um die Eizelle nachbildet. Dieses Design ermöglicht es dem System selbst, als biologischer Filter zu wirken, sodass nur Spermien mit höherer funktioneller Kompetenz und geringerem genetischen Schaden die Zellbarriere passieren, bevor sie in der In-vitro-Fertilisation (IVF) eingesetzt werden.“

Es handelt sich weder um eine erworbene noch um eine angepasste Technologie: Sie ist das direkte Ergebnis des eigenen F&E-Modells von Instituto Bernabeu, bei dem Laborarbeit, klinische Forschung und technologische Entwicklung integriert zusammenarbeiten, um Lösungen zu entwickeln, die auf die Verbesserung der realen Behandlungsergebnisse der Patienten ausgerichtet sind.

Smarte Spermienauswahl

Klinische Ergebnisse, die den Unterschied machen

Die mit der Oosafe-ICSI-Technologie von Instituto Bernabeu erzielten Daten sind klinisch relevant:

  • Verbesserung der Embryoqualität im Blastozystenstadium um bis zu 10 %.
  • Reduktion der spermatischen DNA-Schädigung um 75 %.
  • Höhere Anzahl lebensfähiger Embryonen mit Implantationspotenzial.

Diese Ergebnisse wurden auf den Kongressen der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE), der Sociedad Española de Fertilidad (SEF) sowie der Asociación para el Estudio de la Biología de la Reproducción (ASEBIR) vorgestellt, wo die Technologie mit dem Innovationspreis ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus wurden sie in der Fachzeitschrift Journal of Assisted Reproduction and Genetics sowie in der offiziellen Zeitschrift der ASEBIR veröffentlicht und bestätigen wissenschaftlich die Bedeutung dieser Innovation.

Besonders relevant bei Patienten mit männlichem Faktor und fortgeschrittenem Alter

Der Einfluss dieser Technologie ist besonders bedeutend bei Patienten mit Samenveränderungen sowie in Fällen, in denen das mütterliche oder väterliche Alter die Qualität der Gameten beeinträchtigen kann.

In vorherigen Studien zeigte die Anwendung dieser Selektionsplatte eine Steigerung von 60 % bis 70 % bei der Gewinnung von Embryonen hoher Qualität. Durch die Auswahl besserer Gameten verläuft die Entwicklung des Embryos in den ersten Tagen deutlich stabiler.

Die Auswahl von Spermien mit geringerer DNA-Fragmentierung verbessert die embryonale Entwicklung sogar bei Eizellen von Frauen über 40 Jahren und eröffnet neue Möglichkeiten in komplexen reproduktiven Situationen.

Revolution: Smarte Spermienauswahl – bis zu 10 % bessere Embryoqualität

Patentierte Innovation mit internationaler Perspektive

Diese neue von Instituto Bernabeu entwickelte Technologie verfügt über ein europäisches Patent und wird ab 2026 international eingeführt.

Dieser Fortschritt festigt die Position der spanisch-italienischen Gruppe als internationalen Referenzpunkt für Innovationen im Bereich der Fertilität. Mit mehr als 40 Jahren Erfahrung und einem Modell, in dem Forschung ein struktureller Bestandteil ist, bekräftigt das Zentrum sein Engagement für die Entwicklung eigener Technologien, die darauf ausgerichtet sind, klinische Ergebnisse zu verbessern und jede Behandlung individuell anzupassen.

Denn in der assistierten Reproduktion liegt der Unterschied nicht nur darin, Behandlungen durchzuführen, sondern jeden Schritt des Prozesses zu optimieren, um den Patienten größere Erfolgschancen zu bieten.

Dr. Andrea Bernabeu García ist Gynäkologin mit Spezialisierung auf Reproduktionsmedizin und Medizinische Direktorin von Instituto Bernabeu

Dr. Andrea Bernabeu García

Dr. Andrea Bernabeu García ist Gynäkologin mit Spezialisierung auf Reproduktionsmedizin und Medizinische Direktorin von Instituto Bernabeu. Sie gehört zur zweiten Generation der von Dr. Rafael Bernabeu gegründeten medizinischen Gruppe und verbindet klinische Tätigkeit mit Forschung im Bereich der assistierten Reproduktion. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Verbesserung der reproduktiven Ergebnisse durch wissenschaftliche Innovation sowie durch die Entwicklung neuer diagnostischer und therapeutischer Strategien. Sie nimmt regelmäßig an internationalen wissenschaftlichen Kongressen teil und ist an Forschungsprojekten beteiligt, die darauf abzielen, wissenschaftliche Fortschritte in die klinische Praxis zu übertragen.