Künstliche Befruchtung in Deutschland: Was erlaubt ist und was nicht

Kurz gesagt: Künstliche Befruchtung ist in Deutschland erlaubt. IVF, ICSI, Insemination, Samenspende, das Einfrieren von Eizellen (Social Freezing) und der Transfer eingefrorener Embryonen gehören zum Alltag der rund 140 Kinderwunschzentren. Verboten sind die Eizellspende, die Leihmutterschaft und das Erzeugen von Embryonen für eine Spende. Stark eingeschränkt sind die Zahl der befruchteten Eizellen pro Zyklus und die genetische Untersuchung der Embryonen: PGT-A ist als Routine nicht erlaubt, eine PID nur mit Genehmigung einer Ethikkommission. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt 50 Prozent von bis zu drei Versuchen, wenn das Paar verheiratet ist, die Frau 25 bis 40 und der Mann 25 bis 50 Jahre alt ist. Selbstzahler rechnen mit 3.000 bis 5.000 Euro pro IVF-Zyklus plus Medikamente.

Dieser Artikel erklärt, was das Embryonenschutzgesetz erlaubt und was nicht, wer in Deutschland behandelt wird, was die Krankenkasse zahlt und bei welchen Behandlungen Patientinnen aus Deutschland ins Ausland ausweichen müssen. Die Rechtslage ist komplex; der Text ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

Künstliche Befruchtung in Deutschland in Zahlen

Das Deutsche IVF-Register (D·I·R) dokumentiert in seinem aktuellen Jahrbuch 134.281 Behandlungszyklen in einem Jahr, gemeldet von 139 der 143 Mitgliedszentren. Die Schwangerschaftsrate lag bei 30,5 Prozent pro Transfer im Frischzyklus und bei 31,5 Prozent nach dem Transfer eingefrorener und aufgetauter Embryonen. Die Geburtenrate lag zuletzt bei 22,5 Prozent pro Transfer. Seit Beginn der Erfassung 1997 sind in Deutschland mehr als 430.000 Kinder nach einer Kinderwunschbehandlung geboren worden. Der Anteil der Mehrlingsgeburten ist zuletzt erstmals unter 10 Prozent gefallen, weil die Zentren immer häufiger nur einen Embryo übertragen.

Die Erfolgsrate hängt vor allem vom Alter der Frau ab. Wie stark die Chancen ab Ende 30 sinken, zeigt der Artikel IVF mit 38 oder 39: Erfolgschancen in Deutschland mit den Werten des Registers für jedes Altersjahr.

Was ist bei der künstlichen Befruchtung in Deutschland erlaubt?

Grundlage ist das Embryonenschutzgesetz (ESchG) von 1991. Es regelt nicht, wer behandelt werden darf, sondern was mit Eizellen, Samenzellen und Embryonen geschehen darf. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Behandlungen im Überblick.

Behandlung In Deutschland Im Ausland
IVF und ICSI mit eigenen Eizellen erlaubt, Kassenzuschuss unter Bedingungen in allen europäischen Ländern erlaubt
Insemination (IUI) erlaubt erlaubt
Samenspende erlaubt, Spender nicht anonym erlaubt, in Spanien, Tschechien und Griechenland anonym
Eizellspende verboten erlaubt, unter anderem in Spanien, Tschechien, Griechenland, Portugal, Dänemark, Lettland, Polen und Nordzypern
Embryonenspende nur Weitergabe überzähliger Embryonen, lange Wartezeit Embryoadoption und Doppelspende in mehreren Ländern
PGT-A (Chromosomen-Screening der Embryonen) nicht als Routine erlaubt in den meisten Ländern erlaubt
PID bei Erbkrankheiten nur mit Genehmigung einer Ethikkommission meist ohne Ethikkommission
Social Freezing erlaubt, keine gesetzliche Altersgrenze erlaubt
Behandlung alleinstehender Frauen erlaubt, nicht in jedem Zentrum erlaubt unter anderem in Spanien, Griechenland, Dänemark, Lettland und Portugal
ROPA-Methode für Frauenpaare verboten, da Eizellspende erlaubt unter anderem in Spanien und Portugal
Leihmutterschaft verboten nur in wenigen Ländern erlaubt, mit rechtlichen Folgen in Deutschland

Welche Länder für welche Behandlung infrage kommen, vergleicht der Ratgeber die besten Länder für eine künstliche Befruchtung im Ausland.

Die Dreierregel und der Deutsche Mittelweg

Das ESchG erlaubt es, pro Zyklus höchstens drei Embryonen zu übertragen, und verbietet, mehr Eizellen zu befruchten, als einer Frau in diesem Zyklus übertragen werden sollen. Ziel des Gesetzgebers war es, keine überzähligen Embryonen entstehen zu lassen. In der Praxis hat sich der sogenannte Deutsche Mittelweg durchgesetzt: Die Ärztin oder der Arzt schätzt nach Alter und Befunden ein, wie viele befruchtete Eizellen nötig sind, damit sich ein oder zwei transferfähige Embryonen entwickeln, und darf entsprechend mehr Eizellen befruchten.

Übrige Eizellen werden in Deutschland meist im Vorkernstadium eingefroren, also nach dem Eindringen der Samenzelle, aber vor der Verschmelzung der Erbinformation. Rechtlich gelten sie dann noch nicht als Embryo. Eine freie Auswahl des besten Embryos aus vielen Blastozysten, wie sie im Ausland üblich ist, ist damit nicht möglich.

Wie viele Embryonen dürfen übertragen werden?

Gesetzlich sind bis zu drei Embryonen pro Transfer erlaubt. Die Zentren übertragen heute aber meist einen, höchstens zwei Embryonen, weil Mehrlingsschwangerschaften für Mutter und Kinder deutlich riskanter sind. Seit sich der Single-Embryo-Transfer durchgesetzt hat, ist der Anteil der Zwillings- und Drillingsgeburten nach künstlicher Befruchtung stark gesunken.

Wie lange dürfen Eizellen und Embryonen eingefroren werden?

Eine gesetzliche Höchstdauer gibt es weder für eingefrorene Eizellen noch für Eizellen im Vorkernstadium. Die Zentren verlangen in der Regel eine jährlich verlängerte Lagerungsvereinbarung. Überzählige Embryonen dürfen nicht für die Forschung verwendet werden. Werden sie nicht mehr gebraucht, können Paare sie über das Netzwerk Embryonenspende an andere Paare weitergeben.

Wer darf in Deutschland behandelt werden?

Das Gesetz schreibt nicht vor, wer eine Kinderwunschbehandlung erhalten darf. Verheiratete und unverheiratete Paare werden in allen Zentren behandelt. Die Richtlinie der Bundesärztekammer von 2018 regelt diese Frage nicht mehr, deshalb behandeln viele Zentren auch alleinstehende Frauen und Frauenpaare mit Spendersamen. Einige Ärztinnen und Ärzte lehnen das weiterhin ab, fragen Sie daher vorab nach. Seit dem Samenspenderregistergesetz kann der Samenspender nicht als rechtlicher Vater festgestellt werden, was die frühere Rechtsunsicherheit für Solo-Mütter beseitigt hat.

Bei Frauenpaaren ist rechtlich nur die Frau Mutter, die das Kind zur Welt bringt (§ 1591 BGB). Die Partnerin wird bisher erst über eine Stiefkindadoption rechtlich Mutter. Mehr dazu in den Ratgebern zur künstlichen Befruchtung als alleinstehende Frau und zum Kinderwunsch für lesbische Paare. Die ROPA-Methode, bei der eine Partnerin die Eizellen gibt und die andere das Kind austrägt, ist in Deutschland als Eizellspende verboten.

Männerpaare haben in Deutschland keine Behandlungsmöglichkeit, weil sowohl die Eizellspende als auch die Leihmutterschaft verboten sind.

Altersgrenze bei einer künstlichen Befruchtung in Deutschland

Eine gesetzliche Altersgrenze für die Behandlung gibt es nicht. Die Altersgrenzen der Krankenkasse betreffen nur den Zuschuss: Die Frau muss zwischen 25 und 40 Jahre alt sein, der Mann zwischen 25 und 50. Wer älter ist, kann sich als Selbstzahlerin behandeln lassen. Die meisten Zentren behandeln Frauen mit eigenen Eizellen bis etwa Mitte 40; danach liegt die Geburtenrate pro Transfer weit unter 10 Prozent, und viele Ärztinnen und Ärzte raten von weiteren Versuchen ab.

Ab Mitte 40 ist die Eizellspende medizinisch meist die aussichtsreichere Option, und die gibt es nur im Ausland. Welche Möglichkeiten es in diesem Alter gibt, erklärt der Artikel Kinderwunsch über 45 oder 50: Was ist medizinisch möglich?

Eizellspende in Deutschland: weiterhin verboten

Das ESchG verbietet es, eine fremde Eizelle auf eine Frau zu übertragen oder eine Eizelle für eine andere Frau zu befruchten. Strafbar machen sich die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, nicht die Patientin und nicht die Spenderin. Eine Eizellspende im Ausland ist für Patientinnen aus Deutschland daher nicht strafbar. Rechtliche Mutter des Kindes ist die Frau, die es zur Welt bringt (§ 1591 BGB), eine Adoption ist nicht nötig. Deutschland und Luxemburg sind die einzigen EU-Länder mit einem solchen Verbot.

Politisch bewegt sich etwas: Die Kommission zur reproduktiven Selbstbestimmung der Bundesregierung hat empfohlen, die Eizellspende unter engen Voraussetzungen zu erlauben. Gesundheitsministerin Nina Warken hat im Frühjahr 2026 vorgeschlagen, dass Eizellen, die bei einer Kinderwunschbehandlung übrig bleiben, ohne kommerzielle Vergütung gespendet werden dürfen; der Bundestag soll darüber ohne Fraktionszwang entscheiden. Ein Gesetzentwurf liegt bisher nicht vor. Bis zu einer Gesetzesänderung bleibt die Eizellspende im Ausland der einzige Weg.

Unter den 198 Befragten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde die restriktive Gesetzgebung 120-mal als Grund für den Weg ins Ausland genannt, doppelt so oft wie der zweithäufigste Grund, die Verfügbarkeit der gewünschten Behandlung mit 60 Nennungen. 51 Prozent dieser Gruppe suchten eine Behandlung mit gespendeten Eizellen.

Quelle: Warum so viele Paare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Kinderwunschbehandlung ins Ausland gehen, Kinderwunsch-im-Ausland.de, IVF-Media-Patientenbefragung unter 1.189 Patientinnen und Patienten, davon 198 aus dem deutschsprachigen Raum

Samenspende in Deutschland

Die Samenspende ist in Deutschland erlaubt. Seit dem 1. Juli 2018 regelt das Samenspenderregistergesetz die Behandlung: Die Daten jedes Spenders werden im zentralen Samenspenderregister beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 110 Jahre lang gespeichert. Kinder aus einer Samenspende können ab 16 Jahren selbst Auskunft über ihre Abstammung verlangen. Eine anonyme Spende ist in Deutschland damit nicht mehr möglich. Der Spender wird nicht rechtlicher Vater und ist nicht unterhaltspflichtig.

Wer einen anonymen Spender wünscht oder eine größere Auswahl braucht, findet die Unterschiede zwischen den Ländern im Ratgeber Samenspende im Ausland: Kosten, Länder, Ablauf.

Embryonenspende in Deutschland

Ein Embryo darf in Deutschland nicht eigens für eine Spende erzeugt werden. Erlaubt ist die Weitergabe von Embryonen, die bei der Behandlung eines anderen Paares übrig geblieben sind. Diese Spenden vermittelt das Netzwerk Embryonenspende; sie sind altruistisch und offen, das Kind kann später die Identität der Spender erfahren. Bewerben können sich nur Paare, die Wartezeiten sind lang. Eizellen im Vorkernstadium, also die Mehrzahl der in Deutschland eingefrorenen befruchteten Eizellen, dürfen nach einem Gerichtsurteil aus Bayern von 2020 nicht gespendet werden, weil sie rechtlich noch als Eizellen gelten und unter das Verbot der Eizellspende fallen.

Im Ausland ist die Embryonenspende deutlich leichter verfügbar, auch als Doppelspende mit Eizelle und Samen von Spendern. Wie sich Embryoadoption und Doppelspende unterscheiden und was sie kosten, steht im Artikel Embryonenspende: Was ist das, wo erlaubt, was kostet sie.

PGT-A und PID: genetische Untersuchung der Embryonen

Bei der PGT-A werden Embryonen vor dem Transfer auf eine falsche Chromosomenzahl untersucht. Solche Fehler sind der häufigste Grund dafür, dass sich ein Embryo nicht einnistet oder eine Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt endet, und sie nehmen mit dem Alter der Frau stark zu. In Deutschland ist das Screening als Routine nicht erlaubt.

Erlaubt ist seit 2011 die Präimplantationsdiagnostik (PID), aber nur bei einem hohen Risiko für eine schwerwiegende Erbkrankheit oder für eine Tot- oder Fehlgeburt. Jeder Fall braucht die Zustimmung einer Ethikkommission, und die Behandlung darf nur in zugelassenen PID-Zentren stattfinden. Vorher ist eine humangenetische Beratung Pflicht. Die Kosten für den Antrag, die Untersuchung und die Behandlung tragen die Paare in der Regel selbst.

Viele Paare lassen die genetische Untersuchung deshalb im Ausland durchführen, vor allem in Spanien und Tschechien. Wie das Verfahren funktioniert und wem es nutzt, erklärt der Artikel PGT-A bei IVF: Aneuploidien erkennen.

Social Freezing in Deutschland

Frauen dürfen ihre Eizellen in Deutschland ab 18 Jahren einfrieren lassen, eine gesetzliche Altersgrenze nach oben gibt es nicht. Medizinisch sinnvoll ist das Einfrieren vor allem vor dem 35. Lebensjahr, weil die Qualität der Eizellen danach deutlich abnimmt. Die Krankenkasse zahlt nur bei medizinischem Grund, etwa vor einer Krebstherapie; Social Freezing ohne medizinische Indikation zahlen Sie selbst. Rechnen Sie mit etwa 3.000 Euro pro Zyklus, dazu 800 bis 1.500 Euro für Medikamente und jährliche Lagerungskosten. Preise im Ausland vergleicht der Ratgeber Eizellen einfrieren: Kosten und Social Freezing im Ausland.

Leihmutterschaft

Die Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, ebenso die Vermittlung einer Leihmutter. Strafbar machen sich Ärztinnen, Ärzte und Vermittler, nicht die Wunscheltern. Nach einer Leihmutterschaft im Ausland ist rechtliche Mutter in Deutschland zunächst die Leihmutter; die Anerkennung der Elternschaft ist aufwendig. Einen Überblick über Länder und Rechtsfolgen gibt der Artikel Leihmutterschaft: Kosten, Länder, Rechtslage.

Was kostet eine künstliche Befruchtung in Deutschland?

Selbstzahler zahlen in Deutschland 3.000 bis 5.000 Euro pro IVF-Zyklus, eine ICSI kostet etwa 500 Euro mehr. Dazu kommen 1.000 bis 2.000 Euro für Medikamente. Ein späterer Transfer eingefrorener Eizellen oder Embryonen kostet 800 bis 1.500 Euro.

  • Gesetzliche Krankenkasse: 50 Prozent der Kosten für bis zu drei IVF- oder ICSI-Versuche (§ 27a SGB V), wenn das Paar verheiratet ist, die Frau 25 bis 40 und der Mann 25 bis 50 Jahre alt ist und eigene Ei- und Samenzellen verwendet werden. Viele Kassen zahlen freiwillig mehr.
  • Bund und Länder: Die Bundesinitiative zur Hilfe bei ungewollter Kinderlosigkeit übernimmt zusammen mit den teilnehmenden Bundesländern bis zu 50 Prozent des verbleibenden Eigenanteils, auch für unverheiratete Paare. Teilnehmende Länder sind Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen; die Bedingungen legt jedes Land selbst fest.
  • Private Krankenversicherung: Erstattung je nach Tarif und nach dem Verursacherprinzip, oft bis zu 100 Prozent, wenn die Ursache bei der versicherten Person liegt.
  • Keine Erstattung: Eizellspende, Embryonenspende und PGT-A zahlt in Deutschland keine Kasse.

Alle Beträge und Zuschussregeln im Detail finden Sie unter Kosten und Zuschüsse einer IVF in Deutschland. Was dieselbe Behandlung im Ausland kostet, berechnet der IVF-Kostenrechner in einer Minute für acht Länder. Ob die Kasse auch eine Behandlung im Ausland bezuschusst, erklärt der Artikel IVF im Ausland: Kostenübernahme und Rückerstattung.

Der IVF-Kostenrechner von Kinderwunsch im Ausland ist ein kostenloses Online-Tool, das in etwa einer Minute schätzt, was eine künstliche Befruchtung im Ausland kostet. Er berechnet eine Preisspanne für die IVF mit eigenen Eizellen und die IVF mit Eizellspende in Spanien, Tschechien, Griechenland, Nordzypern, Portugal, Dänemark, Lettland und Polen, aufgeschlüsselt nach Basispaket, Medikamenten und bis zu elf Extras wie PGT-A, Einfrieren oder Kryotransfer. Eine IVF mit eigenen Eizellen kostet dort im Basispaket 2.200 bis 6.700 Euro, eine Eizellspende 5.500 bis 8.500 Euro.

Quelle: IVF-Kostenrechner: Was kostet Ihre Behandlung im Ausland?, Kinderwunsch-im-Ausland.de, Preise der Basispakete aus der 6. Ausgabe des IVF Abroad Patient’s Guide von IVF Media

Wann eine Behandlung im Ausland sinnvoll ist

Die meisten Paare beginnen ihre Behandlung in Deutschland, vor allem wenn sie verheiratet sind, die Frau unter 40 ist und die Krankenkasse die Hälfte zahlt. Ins Ausland gehen Patientinnen aus Deutschland vor allem in diesen Situationen:

  • Sie brauchen eine Eizellspende, eine Doppelspende oder die ROPA-Methode, die in Deutschland verboten sind.
  • Sie möchten Ihre Embryonen mit PGT-A untersuchen lassen, etwa nach mehreren Fehlgeburten oder ab Ende 30.
  • Mehrere Versuche mit eigenen Eizellen waren erfolglos, und eine Klinik mit freier Embryonenauswahl und Blastozystenkultur soll die Chancen verbessern.
  • Sie sind über 40 und erhalten keinen Kassenzuschuss mehr; in Polen, Tschechien oder Griechenland kostet das Basispaket mit eigenen Eizellen 2.200 bis 3.500 Euro.
  • Sie sind alleinstehend und möchten eine anonyme Samenspende oder ein Zentrum, das ohne Vorbehalte behandelt.

Beliebt sind Spanien und Tschechien, gefolgt von Griechenland, Dänemark, Polen, Portugal, Lettland und Nordzypern. Länderdetails finden Sie unter IVF in Spanien und IVF in Tschechien. Warum und wann sich der Schritt lohnt, beschreibt der Artikel IVF im Ausland: Wann, warum und was sie kostet.

Künstliche Befruchtung in Deutschland: häufige Fragen

Ist künstliche Befruchtung in Deutschland erlaubt?

Ja. IVF, ICSI, Insemination, Samenspende, Social Freezing und der Transfer eingefrorener Eizellen und Embryonen sind erlaubt. Verboten sind die Eizellspende, die Leihmutterschaft und das Erzeugen von Embryonen für eine Spende; PGT-A ist nicht als Routine erlaubt.

Muss man für eine künstliche Befruchtung verheiratet sein?

Für die Behandlung nicht, für den Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse schon. Unverheiratete Paare können in vielen Bundesländern einen Zuschuss aus der Bundesinitiative erhalten.

Bis zu welchem Alter ist eine künstliche Befruchtung in Deutschland möglich?

Es gibt keine gesetzliche Altersgrenze. Die Krankenkasse zahlt nur, wenn die Frau 25 bis 40 und der Mann 25 bis 50 Jahre alt ist. Die meisten Zentren behandeln Frauen mit eigenen Eizellen bis etwa Mitte 40.

Ist eine künstliche Befruchtung mit 45 in Deutschland möglich?

Ja, als Selbstzahlerin. Mit eigenen Eizellen liegt die Geburtenrate pro Transfer in diesem Alter aber weit unter 10 Prozent. Die deutlich aussichtsreichere Eizellspende ist nur im Ausland möglich.

Ist die Eizellspende in Deutschland erlaubt?

Nein. Das Embryonenschutzgesetz verbietet sie. Die Bundesregierung diskutiert eine teilweise Freigabe für übrig gebliebene Eizellen, ein Gesetzentwurf liegt aber nicht vor. Eine Eizellspende im Ausland ist für Patientinnen aus Deutschland nicht strafbar.

Wie viele Eizellen dürfen in Deutschland befruchtet werden?

Nur so viele, wie für den Transfer von bis zu drei Embryonen in diesem Zyklus nötig sind. Nach dem Deutschen Mittelweg dürfen Ärztinnen und Ärzte so viele Eizellen befruchten, dass sich voraussichtlich ein oder zwei transferfähige Embryonen entwickeln.

Ist PGT-A in Deutschland erlaubt?

Nicht als Routine-Screening. Erlaubt ist nur die PID bei einem hohen Risiko für eine schwerwiegende Erbkrankheit, mit Zustimmung einer Ethikkommission.

Was kostet eine künstliche Befruchtung in Deutschland?

3.000 bis 5.000 Euro pro IVF-Zyklus, eine ICSI etwa 500 Euro mehr, dazu 1.000 bis 2.000 Euro Medikamente. Verheiratete Paare, die die Altersgrenzen einhalten, erhalten 50 Prozent von der gesetzlichen Krankenkasse.

Quellen

Der Artikel dient der Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Die ursprüngliche Fassung schrieb Dr. Yvonne Frankfurth, Soziologin der Reproduktion an der University of Cambridge, die zum deutschen Embryonenschutzgesetz, zum Verbot der Eizellspende und zu den Erfahrungen deutscher Patientinnen mit Kinderwunschbehandlungen im Ausland forscht. Die Redaktion von Kinderwunsch im Ausland hat den Text an die aktuelle Rechtslage und die neuen Registerdaten angepasst.

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