IVF mit 38 oder 39 Jahren: Erfolgschancen und wie Sie sie steigern

Kurz gesagt

  • Eine IVF mit 38 oder 39 Jahren ist in Deutschland Alltag: 39 ist das Alter mit den meisten Embryotransfers im Deutschen IVF-Register, 5.274 in einem Jahr.
  • Die klinische Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer liegt laut Deutschem IVF-Register mit 38 Jahren bei 28,1 Prozent und mit 39 Jahren bei 25,8 Prozent, die Geburtenrate pro Transfer bei rund 18 beziehungsweise 16 Prozent.
  • Die gesetzliche Krankenkasse zahlt die Hälfte von bis zu drei Versuchen nur bis zum 40. Geburtstag der Frau. Mit 38 oder 39 bleibt dafür wenig Zeit, deshalb sollte die Behandlung nicht aufgeschoben werden.
  • Was die Chancen am meisten verbessert: früh testen (AMH, AFC, Spermiogramm), ein individuelles Stimulationsprotokoll, Blastozystenkultur und, wenn gewünscht, eine genetische Untersuchung der Embryonen (PGT-A), die in Deutschland nicht als Routine erlaubt ist, in Spanien oder Tschechien aber zum Standard gehört.
  • Die Eizellspende ist mit 38 oder 39 meist noch nicht der erste Schritt. Sie wird zur Option, wenn die Eizellreserve sehr niedrig ist oder mehrere Zyklen mit eigenen Eizellen erfolglos waren.

Wie hoch sind die Erfolgschancen einer IVF mit 38 oder 39?

Die verlässlichste Quelle für Patientinnen aus Deutschland ist das Deutsche IVF-Register (D·I·R), an das fast alle deutschen Kinderwunschzentren ihre Behandlungen melden. Die Auswertung nach dem Alter der Frau zeigt für IVF und ICSI im Frischzyklus:

Alter der Frau Embryotransfers im Jahr Klinische Schwangerschaft pro Transfer Geburt pro Transfer (berechnet)
35 Jahre 3.861 35,4 Prozent 26,3 Prozent
36 Jahre 3.771 32,0 Prozent 24,0 Prozent
37 Jahre 3.627 31,5 Prozent 22,4 Prozent
38 Jahre 3.703 28,1 Prozent 18,5 Prozent
39 Jahre 5.274 25,8 Prozent 16,2 Prozent
40 Jahre 2.308 23,1 Prozent 13,8 Prozent
41 Jahre 2.085 20,3 Prozent 10,4 Prozent

Quelle: Deutsches IVF-Register, Jahrbuch, Sonderausgabe für Paare, Frischzyklen IVF und ICSI. Die Geburtenrate ist aus der Zahl der dokumentierten Geburten und der Transfers berechnet.

Drei Dinge fallen auf. Erstens: Mit 38 und 39 liegt die Schwangerschaftsrate pro Transfer immer noch bei gut einem Viertel, der Abstand zu einer 35-Jährigen beträgt etwa zehn Prozentpunkte. Zweitens: Ab 40 beschleunigt sich der Rückgang, das D·I·R schreibt dazu, dass ab 40 Jahren jedes Lebensjahr entscheidend ist. Drittens: Die Zahl der Transfers ist mit 39 am höchsten. Viele Frauen beginnen die Behandlung erst kurz vor der Altersgrenze der Krankenkasse, und genau das kostet Chancen.

Die Werte gelten pro Transfer. Über einen kompletten Zyklus mit allen eingefrorenen Embryonen und über mehrere Zyklen sind die Chancen deutlich höher. Eine 38-Jährige mit guter Eizellreserve hat nach zwei bis drei Zyklen eine realistische Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent, ein Kind zu bekommen.

Warum die Chancen mit 38 und 39 sinken

  • Eizellreserve: Frauen werden mit einem festen Vorrat an Eizellen geboren. Mit 38 oder 39 ist er deutlich kleiner als mit 30, deshalb werden bei der Stimulation weniger Eizellen gewonnen, im Schnitt sechs bis neun statt zehn bis fünfzehn.
  • Eizellqualität: Mit dem Alter steigt der Anteil der Eizellen mit fehlerhafter Chromosomenzahl. Mit 38 bis 39 Jahren ist etwa die Hälfte der Embryonen chromosomal auffällig, mit 42 sind es zwei Drittel. Diese Embryonen nisten sich seltener ein oder führen zu einer Fehlgeburt.
  • Fehlgeburtsrisiko: Laut D·I·R liegt die Fehlgeburtsrate pro Schwangerschaft bis 35 Jahre unter 20 Prozent und steigt mit 40 Jahren auf 34,2 Prozent. Mit 38 oder 39 liegt sie dazwischen.

Die Eizellqualität lässt sich nicht zurückdrehen, aber die Auswahl der Embryonen und das Protokoll lassen sich optimieren. Was Ernährung, Nahrungsergänzung und Lebensstil beitragen können, erklärt unser Beitrag zur Eizellqualität und wie sie sich verbessern lässt.

Die Altersgrenze der Krankenkasse: warum 38 und 39 keine Wartejahre sind

Für gesetzlich versicherte Paare in Deutschland ist das Alter nicht nur eine biologische, sondern auch eine finanzielle Grenze. Nach § 27a SGB V übernimmt die Krankenkasse 50 Prozent der Kosten für bis zu drei IVF- oder ICSI-Versuche, wenn das Paar verheiratet ist, die Frau zwischen 25 und 40 Jahre alt ist und der Mann zwischen 25 und 50. Mit dem 40. Geburtstag endet der Anspruch, auch mitten in einer laufenden Behandlungsserie.

Für eine 38-Jährige heißt das: Erstgespräch, Diagnostik, Genehmigung des Behandlungsplans durch die Kasse und drei Versuche müssen in knapp zwei Jahren Platz finden. Da ein Zyklus mit Vorbereitung, Stimulation, Punktion, Transfer und Wartezeit drei bis vier Monate dauert, ist das machbar, aber nur ohne lange Pausen. Viele Krankenkassen zahlen freiwillig mehr als die Hälfte, einige übernehmen bis zu 100 Prozent für ihre Versicherten; fragen Sie direkt nach. Dazu kommt die Bundesförderung zusammen mit den teilnehmenden Bundesländern, die auch unverheirateten Paaren einen Zuschuss gewährt. Alle Details: Kosten und Zuschüsse bei einer IVF-Behandlung in Deutschland.

Privat Versicherte haben keine starre Altersgrenze, die Versicherer verlangen aber eine ausreichende Erfolgsaussicht, die meist mit mindestens 15 Prozent pro Versuch angesetzt wird. Mit 38 oder 39 ist diese Schwelle nach den D·I·R-Zahlen noch erfüllt, mit 41 oder 42 wird es eng.

Welche Untersuchungen vor einer IVF mit 38 oder 39 sinnvoll sind

  • AMH (Anti-Müller-Hormon): schätzt die Eizellreserve und sagt voraus, wie viele Eizellen bei der Stimulation zu erwarten sind. Ein AMH unter 1 ng/ml mit 38 spricht für eine schnelle Behandlung.
  • Antraler Follikelcount (AFC): Ultraschall am Zyklusanfang, zählt die sichtbaren Follikel. Ergänzt das AMH.
  • FSH und Östradiol am Zyklustag 2 bis 3: ein erhöhter FSH-Wert zeigt, dass die Eierstöcke mehr Anregung brauchen.
  • Spermiogramm des Partners, bei auffälligen Werten ein DNA-Fragmentationstest: Mit steigendem Alter beider Partner nimmt der Einfluss der Spermienqualität zu.
  • Schilddrüse (TSH), Vitamin D, Gebärmutterhöhle (Hysteroskopie oder 3D-Ultraschall): behebbare Faktoren, die vor der ersten Stimulation abgeklärt sein sollten.
  • Trägerscreening auf Erbkrankheiten wie Mukoviszidose oder spinale Muskelatrophie, wenn in der Familie Hinweise bestehen.

Diese Untersuchungen führt Ihre Frauenärztin oder das Kinderwunschzentrum in Deutschland durch. Wenn Sie später eine Behandlung im Ausland erwägen, erkennen die Kliniken diese Befunde in der Regel an.

Was in Deutschland erlaubt ist und was nicht

Das Embryonenschutzgesetz (ESchG) setzt der Behandlung in Deutschland Grenzen, die gerade für Frauen ab 38 relevant sind:

  • Genetische Untersuchung der Embryonen (PGT-A): Das Screening aller Embryonen auf die richtige Chromosomenzahl ist in Deutschland nicht als Routine erlaubt. Eine Präimplantationsdiagnostik ist nur nach Zustimmung einer Ethikkommission möglich, wenn das Risiko einer schweren Erbkrankheit besteht. Das reine Altersrisiko reicht dafür nicht.
  • Zahl der kultivierten Embryonen: Nach dem ESchG dürfen nur so viele Embryonen erzeugt werden, wie in einem Zyklus übertragen werden sollen, maximal drei. Nach dem sogenannten Deutschen Mittelweg kultivieren viele Zentren inzwischen mehrere Embryonen bis zum Blastozystenstadium, die Praxis ist aber von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.
  • Eizellspende: verboten. Wer sie braucht, geht ins Ausland.
  • Eizellen einfrieren (Social Freezing): erlaubt, aber ohne Kassenleistung.

Was das für Sie bedeutet: Eine IVF oder ICSI mit eigenen Eizellen ist mit 38 oder 39 in Deutschland gut möglich und wird bezuschusst. Wer die Embryonen genetisch untersuchen lassen will, um Fehlgeburten zu vermeiden und die Zeit bis zur Schwangerschaft zu verkürzen, findet das Angebot in Spanien, Tschechien oder Griechenland. Mehr dazu in unserem Beitrag zur künstlichen Befruchtung in Deutschland.

Strategien, die die Chancen mit 38 und 39 verbessern

  1. Individuelles Stimulationsprotokoll: Bei guter Reserve ein Antagonistenprotokoll mit angepasster Dosis, bei niedriger Reserve eher eine milde oder eine Doppelstimulation (DuoStim) im selben Zyklus. Höhere Dosen bringen bei niedriger Reserve meist nicht mehr Eizellen.
  2. ICSI statt konventioneller IVF, wenn das Spermiogramm auffällig ist oder bei einer früheren IVF die Befruchtungsrate niedrig war. Wann ICSI sinnvoll ist, erklärt ICSI oder nicht ICSI.
  3. Blastozystenkultur bis Tag 5 oder 6: Nur Embryonen, die sich bis dahin gut entwickeln, werden übertragen. Das erhöht die Einnistungsrate pro Transfer.
  4. PGT-A im Ausland: Die Untersuchung der Blastozysten auf die richtige Chromosomenzahl erhöht nicht die Zahl gesunder Embryonen, aber sie verhindert den Transfer auffälliger Embryonen. Für Frauen ab 38 bedeutet das weniger Fehlgeburten und weniger erfolglose Transfers. Mehr dazu: Was ist genetisches Präimplantationsscreening (PGS)?
  5. Embryonen sammeln (Embryo-Banking): Zwei oder drei Stimulationen hintereinander, die Embryonen werden eingefroren und erst danach, gegebenenfalls nach PGT-A, übertragen. Sinnvoll bei niedriger Reserve, weil pro Stimulation nur wenige Embryonen entstehen.
  6. Time-Lapse-Inkubatoren: durchgehende Beobachtung der Embryonen ohne Störung der Kultur. Hilft dem Labor bei der Auswahl, ersetzt aber keine genetische Untersuchung.
  7. Kryotransfer statt Frischtransfer, wenn die Gebärmutterschleimhaut nach der Stimulation nicht optimal ist. Die Auftauzyklen erreichen im D·I·R inzwischen etwas höhere Schwangerschaftsraten als Frischzyklen.

Verfahren wie die Injektion von plättchenreichem Plasma in die Eierstöcke (sogenannte ovarielle Verjüngung) werden in einigen Kliniken angeboten, sind aber experimentell. Es gibt keine ausreichenden Belege, dass sie die Geburtenrate erhöhen. Lassen Sie sich die Kosten und die Datenlage erklären, bevor Sie zustimmen.

Wann ist die Eizellspende mit 38 oder 39 sinnvoll?

Mit 38 oder 39 Jahren ist die Eizellspende selten der erste Schritt. Sie wird zur Option, wenn:

  • die Eizellreserve sehr niedrig ist (AMH unter 0,5 ng/ml, AFC unter fünf) und eine Stimulation nur ein bis zwei Eizellen bringt,
  • zwei oder drei Zyklen mit eigenen Eizellen ohne Schwangerschaft oder mit wiederholten Fehlgeburten geblieben sind,
  • eine PGT-A gezeigt hat, dass alle Embryonen chromosomal auffällig waren, oder
  • eine vorzeitige Erschöpfung der Eierstöcke diagnostiziert wurde.

Mit gespendeten Eizellen liegt die Schwangerschaftsrate pro Transfer in verifizierten europäischen Kliniken bei 50 bis 65 Prozent, unabhängig vom Alter der Empfängerin. Eine IVF-Behandlung mit gespendeten Eizellen kostet im Ausland in verifizierten europäischen Kliniken 4.000 bis 11.000 Euro. Die Basispakete der Kliniken liegen bei 5.500 bis 8.500 Euro; die Obergrenze erreichen Kliniken mit Zusatzleistungen wie PGT-A, Garantieprogrammen oder mehreren Transfers. Welche Länder für Patientinnen aus Deutschland in Frage kommen, steht auf unserer Seite Eizellspende im Ausland.

Eizellen einfrieren mit 38: lohnt sich das noch?

Viele Frauen, die mit 38 noch keinen Partner oder noch keinen konkreten Kinderwunsch haben, fragen nach Social Freezing. Es ist möglich, aber die Rechnung ist eine andere als mit 32: Pro Stimulation werden mit 38 im Schnitt sechs bis neun Eizellen gewonnen, von denen nach dem Auftauen und Befruchten vielleicht ein bis zwei chromosomal normale Blastozysten übrig bleiben. Für eine realistische Chance auf ein Kind werden mit 38 meist 15 bis 20 eingefrorene Eizellen empfohlen, also zwei bis drei Stimulationen. In Deutschland kostet eine Stimulation mit Einfrieren etwa 3.000 bis 4.500 Euro plus Medikamente und Lagerung, ohne Kassenleistung. Mehr dazu: Eizellen einfrieren im Ausland.

Deutschland oder Ausland: Was eine IVF mit 38 oder 39 kostet

Für den Vergleich, der für Patientinnen aus Deutschland zählt, stehen nicht die USA, sondern deutsche Kinderwunschzentren und die Kliniken in Spanien, Tschechien und Griechenland nebeneinander.

Behandlung Deutschland (Selbstzahler) Deutschland mit Kassenanteil Spanien Tschechien
IVF oder ICSI mit eigenen Eizellen, ein Zyklus ohne Medikamente 3.000 bis 5.000 Euro 1.500 bis 2.500 Euro 3.600 bis 6.700 Euro 2.500 bis 3.500 Euro
Medikamente für die Stimulation 1.000 bis 2.000 Euro 500 bis 1.000 Euro 1.100 bis 1.750 Euro 1.100 bis 1.750 Euro
PGT-A für bis zu vier Embryonen nicht als Routine verfügbar nicht als Routine verfügbar 2.000 bis 3.000 Euro 1.500 bis 2.500 Euro
Kryotransfer 800 bis 1.500 Euro anteilig, wenn innerhalb der drei Versuche 1.200 bis 2.000 Euro 800 bis 1.300 Euro

Die Werte sind Richtwerte aus den Preislisten der Kliniken und unseren Patientenanfragen. Rechnen Sie bei einer IVF mit eigenen Eizellen mit 20 bis 30 Prozent Zusatzkosten auf den Paketpreis, bei einer Eizellspende mit 10 bis 20 Prozent, jeweils ohne Reise. Solange der Kassenanteil greift, ist eine IVF mit eigenen Eizellen in Deutschland für die meisten Paare günstiger als im Ausland. Das Ausland lohnt sich mit 38 oder 39 vor allem, wenn Sie PGT-A wollen, die drei Kassenversuche ausgeschöpft sind, Sie nicht verheiratet sind oder die Wartezeit auf einen Termin in Deutschland zu lang ist. Eine vollständige Preisübersicht nach Land finden Sie auf der Seite IVF-Kosten im Ausland.

Wie viele IVF-Zyklen sind mit 38 oder 39 sinnvoll?

Es gibt keine feste Obergrenze. Die kumulative Geburtenrate steigt bis zum dritten oder vierten Zyklus deutlich an, danach flacht sie ab. Entscheidend sind die Reaktion auf die erste Stimulation (Zahl und Qualität der Eizellen), die Entwicklung der Embryonen im Labor, das Ergebnis einer eventuellen PGT-A und die emotionale und finanzielle Belastbarkeit. Nach zwei erfolglosen Zyklen mit guter Embryonenqualität lohnt sich ein Blick auf die Gebärmutter und das Immunsystem; nach zwei Zyklen mit sehr wenigen oder auffälligen Embryonen sollte das Gespräch über die Eizellspende geführt werden. Weitere Hinweise für Frauen ab 38 gibt unser Leitfaden für Patientinnen über 38.

65 Prozent der Befragten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten bereits mindestens einen IVF-Zyklus hinter sich, bevor sie sich im Ausland umgeschaut haben, und 22 Prozent hatten schon vier oder mehr Zyklen im Heimatland durchlaufen. Der Weg ins Ausland ist für die meisten kein erster Versuch, sondern ein nächster Schritt.

Quelle: Warum so viele Paare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Kinderwunschbehandlung ins Ausland gehen, Kinderwunsch-im-Ausland.de, IVF-Media-Patientenbefragung unter 1.189 Patientinnen und Patienten, davon 198 aus dem deutschsprachigen Raum

Spielt die Spermienqualität eine Rolle?

Ja, und mit steigendem Alter der Frau mehr als früher: Je weniger Eizellen zur Verfügung stehen, desto weniger darf auf der männlichen Seite schiefgehen. Beweglichkeit, Form und DNA-Fragmentierung der Spermien beeinflussen Befruchtung, Embryonalentwicklung und Fehlgeburtsrisiko. Ein aktuelles Spermiogramm gehört deshalb zur Diagnostik; bei auffälligen Werten werden ICSI und eine Abklärung beim Andrologen empfohlen, drei Monate Rauchverzicht und Hitzevermeidung verbessern die Werte oft messbar.

Häufige Fragen

Kann ich mit 39 noch schwanger werden?

Ja. Auf natürlichem Weg liegt die Chance pro Zyklus mit 39 bei etwa 10 bis 15 Prozent, mit IVF oder ICSI bei 25,8 Prozent pro Embryotransfer laut Deutschem IVF-Register. Über mehrere Zyklen summiert sich das auf eine realistische Chance von über 50 Prozent für Frauen mit normaler Eizellreserve.

Wie hoch sind die Erfolgschancen einer IVF mit 38?

In Deutschland liegt die klinische Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer mit 38 Jahren bei 28,1 Prozent, die Geburtenrate pro Transfer bei rund 18 Prozent. Mit Blastozystenkultur, PGT-A und mehreren Transfers aus einem Zyklus liegen die kumulativen Chancen deutlich höher.

Ist ICSI mit 39 besser als IVF?

Nicht grundsätzlich. ICSI verbessert die Befruchtungsrate, wenn die Spermienqualität eingeschränkt ist oder eine frühere IVF wenige befruchtete Eizellen ergeben hat. Bei normalem Spermiogramm bringt ICSI mit 39 keinen Vorteil bei der Schwangerschaftsrate. Viele deutsche Zentren setzen ICSI trotzdem ein, weil bei wenigen Eizellen jede Befruchtung zählt.

Zahlt die Krankenkasse eine IVF mit 39?

Ja, wenn Sie verheiratet sind, die Frau unter 40 und der Mann unter 50 ist. Die gesetzliche Kasse übernimmt 50 Prozent von bis zu drei Versuchen, der Behandlungsplan muss vorher genehmigt werden. Alle Versuche müssen vor dem 40. Geburtstag der Frau begonnen sein. Einige Kassen zahlen freiwillig mehr, dazu kommt die Bundesförderung in den teilnehmenden Bundesländern.

Ist man mit 38 zu alt für ein Kind?

Nein. 38 ist in deutschen Kinderwunschzentren ein typisches Behandlungsalter, und die Schwangerschaftsrate pro Transfer liegt noch bei 28 Prozent. Was mit 38 zählt, ist Tempo: Diagnostik und Behandlung sollten nicht auf das nächste Jahr verschoben werden, weil die Chancen ab 40 jedes Jahr spürbar sinken und der Kassenanspruch endet.

Lohnt sich Eizellen einfrieren mit 38?

Es ist möglich, aber mit 38 werden pro Stimulation nur sechs bis neun Eizellen gewonnen, und ein Teil davon ist chromosomal auffällig. Für eine realistische Chance werden 15 bis 20 eingefrorene Eizellen empfohlen, also zwei bis drei Stimulationen auf eigene Kosten. Wer einen Partner und einen konkreten Kinderwunsch hat, ist mit einer IVF jetzt besser beraten als mit Einfrieren für später.

Soll ich mit 38 in Deutschland oder im Ausland behandeln lassen?

Solange Sie Anspruch auf den Kassenanteil haben und keine PGT-A wünschen, ist Deutschland meist die günstigere und einfachere Wahl. Das Ausland kommt in Frage, wenn Sie Embryonen genetisch untersuchen lassen wollen, nicht verheiratet sind, die drei Kassenversuche verbraucht sind oder eine Eizellspende nötig wird. Wie Sie dann die richtige Klinik finden, erklärt unser Beitrag Beste Kinderwunschklinik im Ausland.

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