IVF in Tschechien: Experten bewerten Rechtslage, Kosten und Qualität
Tschechien ist für Paare aus Deutschland das naheliegendste Land für eine IVF oder Eizellspende im Ausland: Prag liegt von Dresden 150 Kilometer, von Berlin und München unter vier Autostunden entfernt, die Preise liegen deutlich unter denen in Spanien, und die großen Kliniken betreuen auf Deutsch. Für diesen Beitrag haben wir Reproduktionsmediziner aus tschechischen Kinderwunschkliniken befragt und ihre Antworten um das ergänzt, was für Patientinnen aus Deutschland rechtlich und praktisch gilt.
Kurz gesagt
- In Tschechien gibt es rund 40 Kinderwunschkliniken, die meisten in Prag, Brünn und Pilsen. Alle brauchen eine Lizenz des Staatlichen Instituts für Arzneimittelkontrolle (SÚKL) und melden jede Behandlung an das nationale Register für assistierte Reproduktion.
- Behandelt werden heterosexuelle Paare, verheiratet oder nicht, bis zum Tag vor dem 49. Geburtstag der Frau. Alleinstehende Frauen und gleichgeschlechtliche Paare werden nicht behandelt.
- Eizell-, Samen- und Embryonenspende sind erlaubt und gesetzlich anonym. Spenderinnen sind zwischen 18 und 35 Jahre alt und werden genetisch untersucht.
- Eine IVF mit eigenen Eizellen kostet in Tschechien 2.500 bis 3.500 Euro pro Zyklus, eine IVF mit gespendeten Eizellen 5.500 bis 7.000 Euro, PGT-A etwa 400 Euro pro untersuchtem Embryo. Wartelisten für Spenderinnen gibt es praktisch nicht.
- Patientinnen aus Deutschland sind die größte ausländische Gruppe in tschechischen Kliniken, vor allem wegen der Eizellspende, die in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz verboten ist, und wegen der genetischen Untersuchung der Embryonen (PGT-A), die in Deutschland nicht als Routine angeboten werden darf.
Warum Paare aus Deutschland nach Tschechien gehen
Die tschechische Reproduktionsmedizin hat eine lange Geschichte: Das erste tschechische IVF-Kind kam im November 1982 in Brünn zur Welt, nur vier Jahre nach der Geburt des ersten IVF-Kindes überhaupt. Seitdem hat sich das Land zu einem der wichtigsten Ziele für Kinderwunschpatientinnen aus ganz Europa entwickelt. Für Patientinnen aus Deutschland kommen vier Gründe zusammen:
- Entfernung: Dresden-Prag 150 Kilometer, Leipzig-Prag 250 Kilometer, Nürnberg-Prag 300 Kilometer, Berlin-Prag und München-Prag rund 350 bis 380 Kilometer. Mit dem EuroCity ist Prag von Berlin und Dresden ohne Umsteigen erreichbar. Für Monitoring-Termine und den Transfer ist das ein Tagesausflug, kein Flug.
- Rechtslage: Eizellspende, Embryonenspende und PGT-A sind erlaubt, die Altersgrenze liegt bei 49 Jahren. In Deutschland sind Eizellspende und Embryonenspende aus Kinderwunschbehandlungen verboten, PGT-A ist nicht als Routine zulässig.
- Preise: 30 bis 50 Prozent unter Spanien bei vergleichbarer Laborqualität. Die Kosten einer IVF mit eigenen Eizellen liegen sogar in der Nähe dessen, was Selbstzahlerinnen in Deutschland bezahlen.
- Sprache: Die auf deutsche Patientinnen ausgerichteten Kliniken in Prag beschäftigen deutschsprachige Koordinatorinnen, viele auch deutschsprachige Ärztinnen und Ärzte. Verträge und Aufklärungsbögen gibt es auf Deutsch.
IVF in Tschechien auf einen Blick
| Thema | Regelung in Tschechien | Zum Vergleich: Deutschland |
|---|---|---|
| Wer wird behandelt | Heterosexuelle Paare, auch unverheiratet | Paare, in vielen Zentren auch alleinstehende Frauen und lesbische Paare; Kassenleistung nur für Verheiratete |
| Altersgrenze der Frau | 48 Jahre und 364 Tage am Tag des Transfers | Keine gesetzliche Grenze, Kassenleistung bis zum 40. Geburtstag |
| Eizellspende | Erlaubt, anonym, Spenderinnen 18 bis 35 Jahre | Verboten (§ 1 Embryonenschutzgesetz) |
| Samenspende | Erlaubt, anonym | Erlaubt, nicht anonym (Samenspenderregister) |
| Embryonenspende | Erlaubt, anonym | Nur Weitergabe überzähliger Embryonen, keine Erzeugung zur Spende |
| PGT-A (Chromosomenscreening der Embryonen) | Erlaubt, Standardangebot | Nur PID nach Votum einer Ethikkommission bei schwerer Erbkrankheit |
| Geschlechtswahl | Nur zur Vermeidung schwerer Erbkrankheiten | Verboten |
| Leihmutterschaft | Nicht geregelt, weder erlaubt noch verboten | Verboten |
| Aufsicht | Lizenz des SÚKL, Inspektion alle zwei Jahre, Meldepflicht an das nationale Register | Genehmigung nach § 121a SGB V, Deutsches IVF-Register |
IVF in Tschechien: die Expertenbewertung
Wir haben Fachärztinnen und Fachärzte tschechischer Kinderwunschkliniken gebeten, die Behandlung in ihrem Land aus ihrer Sicht zu bewerten: Zulassung und Qualität, Rechtslage, Spenderauswahl, Kosten und Trends. Ihre Antworten haben wir zusammengefasst und an den Stellen ergänzt, an denen für Patientinnen aus Deutschland etwas anderes gilt als für andere Herkunftsländer.
Wie ist die Kinderwunschmedizin in Tschechien organisiert und wer kontrolliert die Kliniken?
Die künstliche Befruchtung ist in Tschechien durch zwei Gesetze geregelt: das Gesetz über spezifische Gesundheitsdienste (373/2011 Sb.) und das Gesetz über menschliche Gewebe und Zellen (296/2008 Sb.), das die EU-Geweberichtlinie umsetzt. Jede Klinik, die mit Eizellen, Spermien oder Embryonen arbeitet, braucht eine Lizenz des Staatlichen Instituts für Arzneimittelkontrolle (SÚKL), die alle zwei Jahre durch eine Inspektion überprüft wird. Die führenden Labore sind zusätzlich nach ISO 15189 zertifiziert. Alle Kliniken müssen jede Behandlung mit Ergebnis, Komplikationen und Geburten an das nationale Register für assistierte Reproduktion melden.
Für Patientinnen aus Deutschland heißt das: Der Qualitätsrahmen ist mit dem deutschen vergleichbar. Was fehlt, ist eine öffentliche Klinikrangliste, die gibt es in Tschechien ebenso wenig wie in Deutschland. Fragen Sie deshalb jede Klinik nach ihren eigenen Erfolgsraten nach Altersgruppe und nach der Zahl der Zyklen pro Jahr. Woran Sie eine gute Klinik erkennen, erklärt unser Beitrag Beste Kinderwunschklinik im Ausland.
Aus welchen Ländern kommen die Patientinnen und warum?
Etwa die Hälfte der Patientinnen in den großen Prager Kliniken kommt aus dem Ausland, und die größte Gruppe davon aus Deutschland, vor allem aus Sachsen, Bayern, Berlin und Thüringen, gefolgt von Österreich und der Schweiz. Der häufigste Grund ist die Eizellspende, die in Deutschland und Österreich für die Behandlung verboten beziehungsweise stark eingeschränkt ist; dazu kommen Paare, die die drei Versuche der Krankenkasse ausgeschöpft haben, nicht verheiratet sind oder eine genetische Untersuchung der Embryonen wünschen. Dass die tschechischen Spenderinnen den Patientinnen aus Deutschland äußerlich meist ähnlich sind, nennen die Kliniken als weiteren Grund. Patientinnen aus Frankreich, Italien und anderen Ländern Europas bilden die übrigen Gruppen.
Wie eine Behandlung in Prag aus Sicht einer deutschen Patientin abläuft, von der ersten Beratung über die Laborführung bis zur ärztlichen Konsultation, beschreibt unser Erfahrungsbericht UNICA Prag Erfahrungen.
Wie ist die IVF mit eigenen Eizellen in Tschechien geregelt?
Eine künstliche Befruchtung kann in Tschechien nur von einem Mann und einer Frau beantragt werden, die als Paar zusammenleben; eine Heirat ist nicht erforderlich. Die Frau darf am Tag des Embryotransfers höchstens 48 Jahre und 364 Tage alt sein, für den Mann gibt es keine gesetzliche Altersgrenze. Alleinstehende Frauen und gleichgeschlechtliche Paare werden nicht behandelt; für sie kommen Spanien, Dänemark oder Portugal in Frage, mehr dazu in unserem Ratgeber zur IVF für alleinstehende Frauen.
Die genetische Untersuchung der Embryonen gehört in Tschechien zum Standardangebot. Die Kliniken empfehlen sie vor allem Patientinnen ab 38, bei wiederholten Fehlgeburten und nach mehreren erfolglosen Transfers. Was eine IVF in diesem Alter realistisch bringt, zeigt unser Beitrag IVF mit 38 oder 39.
Wie ist die Eizellspende in Tschechien geregelt?
Die Eizellspende ist legal, freiwillig und für beide Seiten anonym. Spenderin und Empfängerin erfahren die Identität der jeweils anderen nicht, und auch das Kind hat später kein Recht, die Spenderin zu erfahren. Die Klinik wählt die Spenderin aus ihrer Datenbank so aus, dass sie der Empfängerin äußerlich möglichst ähnlich ist, und muss die Spenderunterlagen 30 Jahre aufbewahren. Die Frau, die das Kind zur Welt bringt, ist rechtlich die Mutter.
Für Patientinnen aus Deutschland ist das der entscheidende Unterschied zu Portugal oder Dänemark, wo eine offene Spende möglich ist: Wer Wert darauf legt, dass das Kind die Spenderin später kennenlernen kann, findet das in Tschechien nicht. Wer umgekehrt eine vollständig anonyme Spende wünscht, ist hier richtig. Die Altersgrenzen reichen von 45 Jahren in Dänemark bis 58 Jahren in Nordzypern; Tschechien liegt mit 49 Jahren im Mittelfeld. Einen Vergleich aller Länder finden Sie auf unserer Seite Eizellspende im Ausland.
Die Leihmutterschaft ist in Tschechien weder erlaubt noch verboten, es gibt schlicht kein Gesetz dazu. Einzelne Kliniken bieten sie trotzdem an, ohne rechtliche Absicherung für die Wunscheltern. Warum das für Paare aus Deutschland keine Lösung ist, erklärt unser Beitrag zu Leihmutterschaft: Kosten, Länder, Rechtslage.
Wie ist die Samenspende geregelt?
Die Samenspende ist erlaubt, anonym und darf nicht bezahlt werden; die Spender erhalten eine Aufwandsentschädigung. Alle Spender werden auf HIV, Hepatitis B und C, Syphilis und Chlamydien getestet und genetisch untersucht. Für Paare aus Deutschland ist wichtig: Nach dem deutschen Samenspenderregistergesetz hat ein in Deutschland gezeugtes Kind ab 16 Jahren das Recht, die Identität des Spenders zu erfahren. Bei einer anonymen Spende in Tschechien gibt es diese Möglichkeit nicht. Mehr dazu im Ratgeber zur Samenspende in Europa.
Wie ist PGT-A geregelt und wer darf es nutzen?
PGT-A, das Screening der Embryonen auf die richtige Chromosomenzahl, ist in Tschechien zugelassen und wird in allen großen Kliniken angeboten. Am fünften oder sechsten Tag nach der Befruchtung werden der Blastozyste einige Zellen entnommen und im Genlabor untersucht; übertragen werden nur Embryonen ohne Chromosomenanomalie. Die Indikationen sind das Alter der Frau, wiederholte Fehlgeburten, mehrere erfolglose Transfers, eine stark eingeschränkte Spermienqualität und genetische Auffälligkeiten bei einem früheren Kind. Eine Geschlechtswahl ist nur zulässig, wenn sie eine schwere geschlechtsgebundene Erbkrankheit verhindert.
In Deutschland ist PGT-A nicht als Routine erlaubt; eine Präimplantationsdiagnostik ist nur nach Zustimmung einer Ethikkommission bei einem hohen Risiko für eine schwere Erbkrankheit möglich. Das Altersrisiko allein reicht dafür nicht. Wie die Untersuchung funktioniert, erklärt unser Beitrag Was ist genetisches Präimplantationsscreening (PGS)?
Wer darf in Tschechien Eizellen spenden?
Spenderinnen sind zwischen 18 und 35 Jahre alt, meist Studentinnen oder junge Mütter. Sie müssen gesund sein, eine unauffällige Familienanamnese haben und werden auf Infektionen (HIV, Hepatitis B und C, Syphilis, Chlamydien) und genetisch untersucht, viele Kliniken bieten zusätzlich ein erweitertes Trägerscreening auf mehrere hundert Erbkrankheiten an. Vor der Aufnahme ins Programm werden AMH, Prolaktin und Schilddrüsenwerte bestimmt und ein Gespräch über Motivation und Verständnis der Spende geführt. Eine Bezahlung ist verboten, die Spenderin erhält eine Aufwandsentschädigung. Weil es viele Spenderinnen gibt, haben die meisten Kliniken eigene Eizellbanken, und Wartezeiten entfallen.
Wie funktioniert das Matching zwischen Spenderin und Empfängerin?
Die Empfängerin füllt einen Fragebogen zu beiden Partnern aus: Größe, Gewicht, Augen- und Haarfarbe, Blutgruppe, Ausbildung, Interessen. Die Koordinatorin sucht dann eine Spenderin, deren Blutgruppe zu einem der Partner passt und die der Empfängerin äußerlich ähnlich ist. Wegen der Anonymität erfährt die Empfängerin nur allgemeine Merkmale, kein Foto und keinen Namen. Samenspender werden auf dieselbe Weise ausgewählt.
Was kostet eine IVF mit eigenen Eizellen in Tschechien?
Eine IVF oder ICSI mit eigenen Eizellen kostet in Tschechien 2.500 bis 3.500 Euro pro Zyklus ohne Medikamente; für die Medikamente kommen 1.100 bis 1.750 Euro hinzu. Die Unterschiede zwischen den Kliniken liegen weniger im Grundpreis als in dem, was er enthält: Manche Kliniken bieten Pauschalpreise mit Medikamenten, ICSI, Blastozystenkultur und Einfrieren, andere rechnen jede Position einzeln ab. Fragen Sie deshalb immer nach einer schriftlichen Aufstellung, bevor Sie vergleichen.
Für gesetzlich versicherte Ehepaare in Deutschland lohnt sich der Vergleich mit dem Kassenanteil: Nach § 27a SGB V übernimmt die Kasse die Hälfte von bis zu drei Versuchen, wenn die Frau unter 40 und der Mann unter 50 ist. Innerhalb dieser Grenzen ist die IVF mit eigenen Eizellen in Deutschland meist günstiger. Eine Erstattung für eine Behandlung in Tschechien ist unter denselben Voraussetzungen möglich, weil Tschechien EU-Mitglied ist; die Kasse zahlt dann höchstens das, was die Behandlung in Deutschland gekostet hätte. Details: Rückerstattung für IVF im Ausland.
Was kostet eine IVF mit Eizellspende in Tschechien?
Eine IVF mit gespendeten Eizellen kostet in Tschechien 5.500 bis 7.000 Euro. Eine IVF-Behandlung mit gespendeten Eizellen kostet im Ausland in verifizierten europäischen Kliniken 4.000 bis 11.000 Euro; Tschechien liegt damit am unteren Ende, Spanien am oberen. Rechnen Sie bei einer IVF mit eigenen Eizellen mit 20 bis 30 Prozent Zusatzkosten auf den Paketpreis, bei einer Eizellspende mit 10 bis 20 Prozent, jeweils ohne Reise. Typische Zusatzposten sind Medikamente für die Empfängerin, Vitrifikation überzähliger Embryonen, Lagerung, Time-Lapse und ein eventueller zweiter Transfer. Einige Kliniken bieten Garantieprogramme an, bei denen ein Teil des Preises zurückgezahlt wird, wenn keine Schwangerschaft eintritt; lesen Sie die Bedingungen genau.
Für die Eizellspende gibt es keine Kassenerstattung, weil die Behandlung in Deutschland verboten ist. Auch die steuerliche Absetzbarkeit als außergewöhnliche Belastung wird für die Eizellspende von den Finanzgerichten regelmäßig abgelehnt, für eine IVF mit eigenen Eizellen dagegen anerkannt.
Was kostet PGT-A in Tschechien?
Die genetische Untersuchung der Embryonen wurde in Mitteleuropa erstmals im Jahr 2000 in Tschechien durchgeführt. Heute kostet PGT-A etwa 400 Euro pro untersuchtem Embryo, bei Paketpreisen für drei bis vier Embryonen 1.500 bis 2.500 Euro. Darin enthalten sind Biopsie, genetische Analyse und das Einfrieren der untersuchten Embryonen bis zum Transfer.
Welche Trends gibt es in der tschechischen Reproduktionsmedizin?
Die Kliniken arbeiten zunehmend mit nicht-invasiven Verfahren zur Embryonenauswahl, bei denen statt einer Biopsie das Nährmedium der Embryonen untersucht wird, und mit KI-gestützter Bewertung von Time-Lapse-Aufnahmen. Beim Spenderscreening sind erweiterte Trägertests auf 200 bis 600 Erbkrankheiten Standard geworden, mit denen auch der Partner der Empfängerin getestet werden kann, um eine Kombination zweier Anlageträger auszuschließen. Das Einfrieren der Embryonen und ein späterer Kryotransfer in einem vorbereiteten Zyklus haben den Frischtransfer bei der Eizellspende weitgehend abgelöst.
Was für Patientinnen aus Deutschland rechtlich gilt
- Keine Strafbarkeit: Das Embryonenschutzgesetz richtet sich an Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Eine Patientin, die sich in Tschechien mit gespendeten Eizellen behandeln lässt, macht sich nicht strafbar.
- Rechtliche Mutter: Nach § 1591 BGB ist die Frau, die das Kind geboren hat, die Mutter. Das gilt auch nach einer Eizellspende im Ausland. Eine Adoption ist nicht nötig.
- Betreuung in Deutschland: Voruntersuchungen, Stimulation und Ultraschall-Monitoring können bei der eigenen Frauenärztin stattfinden. Die Prager Kliniken geben dafür Protokolle auf Deutsch mit. Nach dem Transfer übernimmt die Frauenärztin die Schwangerschaftsvorsorge wie bei jeder anderen Schwangerschaft.
- Anonymität: Das Kind kann die Identität der tschechischen Spenderin später nicht erfahren. Beratungsstellen in Deutschland, etwa die pro familia oder das BKiD-Netzwerk, bieten psychosoziale Beratung zur Familienbildung mit Spende an.
- Kostenerstattung: Für IVF und ICSI mit eigenen Eizellen anteilig möglich, wenn die Voraussetzungen des § 27a SGB V erfüllt sind; für die Eizellspende nicht.
Eine Übersicht zu Kosten und Zuschüssen in Deutschland finden Sie im Beitrag Kosten und Zuschüsse bei einer IVF-Behandlung in Deutschland.
Erfahrungen deutscher Patientinnen mit der Eizellspende in Tschechien
In der Patientenbefragung von IVF Media, dem Betreiber dieser Seite, nannten 1.189 Patientinnen aus ganz Europa ihre Gründe für eine Behandlung im Ausland. Die wichtigsten Gründe waren die Kosten (41 %), restriktive Gesetze im Heimatland (35 %), verfügbare Behandlungsmöglichkeiten (35 %). Bei Patientinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz standen die Gesetze mit 61 Prozent an erster Stelle, und 51 Prozent dieser Gruppe suchten eine Behandlung mit gespendeten Eizellen.
In den Erfahrungsberichten, die uns zu Prager Kliniken erreichen, werden drei Dinge am häufigsten genannt: die kurze Anreise, die es erlaubt, für Beratung und Transfer je einen Tag zu bleiben; die deutschsprachige Koordinatorin, die den Kontakt zur Frauenärztin zu Hause übernimmt; und die Preistransparenz der Kliniken, die mit Pauschalpreisen arbeiten. Kritik gibt es vor allem dort, wo Zusatzkosten erst im Laufe der Behandlung genannt werden. Lesen Sie die Bewertungen zu UNICA Prag und zur Gynem Fertility Clinic, und warum die Erfolgsraten bei der Eizellspende im Ausland oft höher wirken, erklärt der Beitrag Warum scheinen die Erfolgsraten der Eizellspende im Ausland höher zu sein?
39 Prozent der deutschsprachigen Befragten ziehen Tschechien in Betracht. Das ist der höchste Wert aller untersuchten Märkte. Nirgendwo sonst ist Tschechien so gefragt wie bei Paaren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Quelle: Warum so viele Paare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Kinderwunschbehandlung ins Ausland gehen, Kinderwunsch-im-Ausland.de, IVF-Media-Patientenbefragung unter 1.189 Patientinnen und Patienten, davon 198 aus dem deutschsprachigen Raum
Kosten im Vergleich: Tschechien, Deutschland, Spanien
| Behandlung | Tschechien | Deutschland (Selbstzahler) | Spanien |
|---|---|---|---|
| IVF oder ICSI mit eigenen Eizellen, ohne Medikamente | 2.500 bis 3.500 Euro | 3.000 bis 5.000 Euro | 3.600 bis 6.700 Euro |
| IVF mit Eizellspende | 5.500 bis 7.000 Euro | verboten | 6.500 bis 8.500 Euro |
| PGT-A, drei bis vier Embryonen | 1.500 bis 2.500 Euro | nicht als Routine verfügbar | 2.000 bis 3.000 Euro |
| Kryotransfer | 800 bis 1.300 Euro | 800 bis 1.500 Euro | 1.200 bis 2.000 Euro |
| Anreise aus Deutschland | Auto oder Bahn, 50 bis 150 Euro | entfällt | Flug, 150 bis 400 Euro pro Person |
Die Richtwerte stammen aus den Preislisten der Kliniken und unseren Patientenanfragen. Eine Übersicht aller Länder mit Beispielrechnungen finden Sie auf der Seite IVF-Kosten im Ausland.
Kinderwunschkliniken in Tschechien, die deutsche Patientinnen wählen
Die meisten Anfragen aus Deutschland, die uns erreichen, betreffen Prag. Dort haben sich mehrere Kliniken auf deutschsprachige Patientinnen eingestellt:
- Gynem Fertility Clinic, Prag: Eizellspende mit eigener Eizellbank, PGT-A, deutschsprachige Betreuung. Preise und Leistungen: Gynem Top IVF-Programm.
- UNICA Clinic, Prag und Brünn: eine der größten Klinikgruppen des Landes, Garantieprogramme bei der Eizellspende. Preise und Leistungen: UNICA Top IVF-Programm.
- IVF CUBE, Prag: Schwerpunkt Eizellspende und genetische Diagnostik, Preislisten auf Deutsch.
Alle Profile mit Preisen und Leistungen: Kinderwunschkliniken in Tschechien. Einen Vergleich der Prager Kliniken bietet der Beitrag Die besten Kinderwunschkliniken in Prag, die Länderübersicht mit Ablauf und Rechtslage die Seite IVF in Tschechien.
Häufige Fragen
Ist die Eizellspende in Tschechien für Deutsche legal?
Ja. Die Eizellspende ist in Tschechien gesetzlich erlaubt, und das deutsche Embryonenschutzgesetz gilt nur für Behandlungen in Deutschland. Patientinnen aus Deutschland machen sich nicht strafbar, und die Frau, die das Kind zur Welt bringt, ist nach § 1591 BGB die rechtliche Mutter.
Bis zu welchem Alter ist eine IVF in Tschechien möglich?
Bis zum Tag vor dem 49. Geburtstag der Frau, mit eigenen wie mit gespendeten Eizellen. Für Männer gibt es keine gesetzliche Altersgrenze. Mit eigenen Eizellen raten die Kliniken ab etwa 44 Jahren zur Eizellspende.
Was kostet eine Eizellspende in Tschechien?
5.500 bis 7.000 Euro für einen Zyklus mit gespendeten Eizellen, je nach Klinik und Paket. Dazu kommen 10 bis 20 Prozent für Medikamente, Einfrieren und Lagerung sowie die Anreise. Eine Krankenkassenerstattung gibt es nicht.
Gibt es Wartezeiten für eine Eizellspende in Tschechien?
Praktisch nicht. Die großen Kliniken führen eigene Eizellbanken mit Spenderinnen zwischen 18 und 35 Jahren, sodass die Behandlung meist innerhalb von vier bis acht Wochen nach dem Erstgespräch beginnen kann.
Werden alleinstehende Frauen in Tschechien behandelt?
Nein. Das tschechische Gesetz definiert das unfruchtbare Paar als Mann und Frau, die zusammenleben. Alleinstehende Frauen und lesbische Paare werden nicht behandelt; für sie kommen Spanien, Dänemark oder Portugal in Frage.
Kann das Kind die Spenderin später kennenlernen?
Nein. Die Eizell- und Samenspende ist in Tschechien gesetzlich anonym, das Kind hat kein Auskunftsrecht. Wer eine offene Spende wünscht, findet sie in Portugal, Dänemark oder Großbritannien, nicht in Tschechien.
Zahlt die deutsche Krankenkasse eine IVF in Tschechien?
Für IVF oder ICSI mit eigenen Eizellen kann eine anteilige Erstattung beantragt werden, wenn die Voraussetzungen des § 27a SGB V erfüllt sind: verheiratet, Frau unter 40, Mann unter 50, höchstens drei Versuche, Behandlungsplan vorher genehmigt. Für die Eizellspende gibt es keine Erstattung.
Sie überlegen, nach Tschechien zu gehen? Unsere Patientenberaterinnen besprechen mit Ihnen kostenlos, ob Tschechien zu Ihrer Situation passt, was die Behandlung dort kostet und welche Prager Kliniken Erfahrung mit Patientinnen aus Deutschland haben. Sie erhalten bis zu drei Vorschläge, die Kliniken melden sich innerhalb von ein bis zwei Werktagen. Zum kostenlosen Klinikvergleich
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Quellen
- Gesetz Nr. 373/2011 Sb. über spezifische Gesundheitsdienste (Zákon o specifických zdravotních službách), §§ 3 bis 11 Assistierte Reproduktion
- Gesetz Nr. 296/2008 Sb. über menschliche Gewebe und Zellen (Zákon o lidských tkáních a buňkách)
- Státní ústav pro kontrolu léčiv (SÚKL): Zulassung von Gewebeeinrichtungen
- Embryonenschutzgesetz (ESchG): gesetze-im-internet.de
- Sozialgesetzbuch V, § 27a Künstliche Befruchtung: gesetze-im-internet.de
- IVF Media, Patientenbefragung zur Kinderwunschbehandlung im Ausland: ivfmedia.org

