Die besten Länder für eine künstliche Befruchtung im Ausland
Die Länder, die Patientinnen aus Deutschland für eine künstliche Befruchtung im Ausland am häufigsten wählen, sind Spanien, Tschechien, Griechenland, Nordzypern, Portugal und Dänemark, dahinter Polen, Lettland, Österreich und die Türkei. Welches davon das beste ist, hängt von vier Fragen ab: Brauchen Sie eine Eizellspende? Wie alt sind Sie beim Transfer? Sind Sie verheiratet, in einer Partnerschaft oder alleinstehend? Und soll die Spende anonym oder offen sein? Dieser Leitfaden beantwortet diese Fragen Land für Land, mit den Regeln, Kosten und Kliniken, die für Patientinnen aus Deutschland gelten.
Kurz gesagt
- Deutsche, österreichische und Schweizer Patientinnen ziehen in der IVF-Media-Befragung am häufigsten Spanien (57 Prozent), Tschechien (39 Prozent), Dänemark (30 Prozent) und Griechenland (21 Prozent) in Betracht. Tschechien wird von keiner anderen Patientengruppe so oft gewählt wie von der aus dem deutschsprachigen Raum.
- Der häufigste Grund für die Behandlung im Ausland ist die Eizellspende, die in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz verboten ist. Sie ist in Spanien, Tschechien, Griechenland, Nordzypern, Portugal, Dänemark, Polen, Lettland und Österreich erlaubt, nicht in der Türkei.
- Die Altersgrenzen für Empfängerinnen reichen von 45 Jahren in Dänemark und Österreich über 49 in Tschechien, 50 in Spanien und Portugal und 54 in Griechenland bis 58 in Nordzypern.
- Eine IVF-Behandlung mit eigenen Eizellen im Ausland kostet 2.000 bis 6.700 Euro pro Zyklus, mit gespendeten Eizellen 4.000 bis 11.000 Euro. Die Basispakete der Kliniken liegen bei 5.500 bis 8.500 Euro; die Obergrenze erreichen Kliniken mit Zusatzleistungen wie PGT-A, Garantieprogrammen oder mehreren Transfers. Polen, Lettland und Tschechien sind am günstigsten, Spanien, Dänemark und Portugal am teuersten.
- Alleinstehende Frauen und lesbische Paare werden in Spanien, Griechenland, Portugal, Dänemark, Nordzypern und Lettland behandelt, nicht in Tschechien, Polen und der Türkei. Eine offene Spende, bei der das Kind die Spenderin später kennenlernen kann, gibt es in Portugal, Dänemark und Österreich.
Die besten Länder für IVF im Vergleich
| Land | Eizellspende | Altersgrenze Frau | Wer wird behandelt | Spende | IVF eigene Eizellen | IVF mit Eizellspende | Anreise aus Deutschland |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Spanien | erlaubt | 50 (Klinikregel) | Paare, alleinstehende Frauen, lesbische Paare | anonym | 3.600 bis 6.700 Euro | 6.500 bis 8.500 Euro | Flug 2 bis 3 Std. |
| Tschechien | erlaubt | 48 Jahre und 364 Tage | nur heterosexuelle Paare | anonym | 2.500 bis 3.500 Euro | 5.500 bis 7.000 Euro | Auto oder Bahn, 2 bis 5 Std. |
| Griechenland | erlaubt | 54 (ab 50 mit Gutachten) | Paare, alleinstehende Frauen | anonym | 2.500 bis 3.500 Euro | 5.500 bis 7.000 Euro | Flug 3 Std. |
| Nordzypern | erlaubt | 58 (ab 45 mit Genehmigung) | Paare, alleinstehende Frauen, lesbische Paare | anonym | 2.500 bis 3.000 Euro | 5.500 bis 7.000 Euro | Flug 4 bis 5 Std., meist über Istanbul |
| Portugal | erlaubt | 50 | Paare, alleinstehende Frauen, lesbische Paare | offen (Auskunft ab 18) | 4.000 bis 4.600 Euro | 6.500 bis 7.500 Euro | Flug 3 Std. |
| Dänemark | erlaubt | 45 | Paare, alleinstehende Frauen, lesbische Paare | offen oder anonym wählbar | 3.300 bis 4.500 Euro | 7.000 bis 8.300 Euro | Bahn ab Hamburg 4,5 Std., Flug 1 Std. |
| Polen | erlaubt | keine gesetzliche Grenze, Kliniken meist 50 | nur heterosexuelle Paare | anonym | 2.200 bis 2.500 Euro | 5.500 bis 6.500 Euro | Auto oder Bahn ab Berlin 1 bis 5 Std. |
| Lettland | erlaubt | keine gesetzliche Grenze, Kliniken meist 50 | Paare, alleinstehende Frauen | anonym | 2.200 bis 3.600 Euro | 6.500 bis 7.500 Euro | Flug 2 Std. |
| Österreich | erlaubt | 45 | Paare, auch lesbische Paare, keine alleinstehenden Frauen | offen (Auskunft ab 14) | 3.500 bis 5.000 Euro | 6.000 bis 9.000 Euro | Auto oder Bahn, deutschsprachig |
| Türkei | verboten | Klinikregel, meist 45 | nur verheiratete Paare | keine Spende erlaubt | 2.000 bis 3.500 Euro | nicht möglich | Flug 3 Std. |
Die Preise sind Richtwerte pro Zyklus ohne Medikamente und Reise, zusammengestellt aus den Preislisten der Kliniken und unseren Patientenanfragen. Rechnen Sie bei einer IVF mit eigenen Eizellen mit 20 bis 30 Prozent Zusatzkosten auf den Paketpreis, bei einer Eizellspende mit 10 bis 20 Prozent, jeweils ohne Reise. Eine Übersicht mit Beispielrechnungen finden Sie auf der Seite IVF-Kosten im Ausland.
Welche Länder Patientinnen aus Deutschland tatsächlich wählen
IVF Media, der Betreiber dieser Seite, hat 1.189 Patientinnen aus ganz Europa befragt, die eine Behandlung im Ausland planten, darunter 198 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Antworten der deutschsprachigen Gruppe unterscheiden sich deutlich vom internationalen Durchschnitt:
| Land in Betracht gezogen | Patientinnen aus Deutschland, Österreich, Schweiz | Alle Befragten |
|---|---|---|
| Spanien | 57 Prozent | 60 Prozent |
| Tschechien | 39 Prozent | 30 Prozent |
| Dänemark | 30 Prozent | 23 Prozent |
| Griechenland | 21 Prozent | 34 Prozent |
Die wichtigsten Gründe waren die Kosten (41 %), restriktive Gesetze im Heimatland (35 %), verfügbare Behandlungsmöglichkeiten (35 %). Bei den Befragten aus dem deutschsprachigen Raum standen die Gesetze mit 61 Prozent an erster Stelle, und 51 Prozent dieser Gruppe suchten eine Behandlung mit gespendeten Eizellen. Die vollständige Auswertung: Warum so viele Paare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ins Ausland gehen.
Dass Tschechien und Dänemark bei deutschen Patientinnen so viel stärker abschneiden als international, hat einen einfachen Grund: Beide liegen in Reichweite von Auto und Bahn. Für Patientinnen aus Sachsen und Bayern ist Prag näher als Hamburg, für Patientinnen aus Schleswig-Holstein ist Kopenhagen näher als München.
Warum Paare aus Deutschland für eine IVF ins Ausland gehen
Deutschland hat rund 140 Kinderwunschzentren und ein gutes IVF-Register, aber vier gesetzliche Grenzen, an denen viele Paare scheitern:
- Eizellspende und Embryonenspende sind nach § 1 des Embryonenschutzgesetzes verboten. Wer sie braucht, muss ins Ausland. Welche Länder in Frage kommen, erklärt unsere Seite Eizellspende im Ausland.
- Die Krankenkasse zahlt nach § 27a SGB V die Hälfte von bis zu drei Versuchen, aber nur für verheiratete Paare, bei Frauen bis 40 und Männern bis 50. Danach sind die Preise in Tschechien oder Polen schnell günstiger als in Deutschland.
- PGT-A, die genetische Untersuchung der Embryonen auf die richtige Chromosomenzahl, ist in Deutschland nicht als Routine erlaubt. In Spanien, Tschechien und Griechenland gehört sie zum Standard.
- Alleinstehende Frauen und lesbische Paare finden in Deutschland nicht in jedem Zentrum eine Behandlung und erhalten keine Kassenleistung. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur IVF für alleinstehende Frauen.
65 Prozent der Befragten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hatten bereits mindestens einen IVF-Zyklus hinter sich, bevor sie sich im Ausland umgeschaut haben, und 22 Prozent hatten schon vier oder mehr Zyklen im Heimatland durchlaufen. Der Weg ins Ausland ist für die meisten kein erster Versuch, sondern ein nächster Schritt.
Quelle: Warum so viele Paare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für die Kinderwunschbehandlung ins Ausland gehen, Kinderwunsch-im-Ausland.de, IVF-Media-Patientenbefragung unter 1.189 Patientinnen und Patienten, davon 198 aus dem deutschsprachigen Raum
Spanien: das wichtigste Ziel für die Eizellspende
Spanien führt mehr als 100.000 Behandlungszyklen pro Jahr durch, mehr als jedes andere Land Europas, und etwa die Hälfte aller Eizellspende-Zyklen in Europa. Das Gesetz 14/2006 erlaubt die Behandlung jeder volljährigen Frau unabhängig von Familienstand und sexueller Orientierung, die Spende ist anonym, und verheiratete lesbische Paare können die ROPA-Methode nutzen, bei der eine Partnerin die Eizellen gibt und die andere die Schwangerschaft austrägt. Die Altersgrenze liegt in den Kliniken bei 50 Jahren.
Für Patientinnen aus Deutschland sprechen die deutschsprachigen Ärztinnen und Ärzte in Madrid, Barcelona, Alicante, Valencia und auf Mallorca, die große Zahl an Spenderinnen ohne Wartezeit und die Flugverbindungen von allen großen deutschen Flughäfen. Spanien ist teurer als Tschechien oder Griechenland; dafür ist die Auswahl an Kliniken mit Erfahrung bei schwierigen Fällen am größten. Häufig gewählte Kliniken: Clínica Tambre in Madrid, IVI, Barcelona IVF, Instituto Bernabeu in Alicante und Eugin in Barcelona.
Mehr: IVF in Spanien, IVF in Spanien: Experten bewerten, Kinderwunschkliniken in Spanien.
Tschechien: das nächste Ziel für Paare aus Deutschland
Prag liegt von Dresden 150 Kilometer, von Berlin, Nürnberg und München drei bis vier Autostunden entfernt. Viele Prager Kliniken beschäftigen deutschsprachige Ärztinnen und Ärzte, die Preise liegen 20 bis 45 Prozent unter denen in Spanien, und Wartezeiten auf Spenderinnen gibt es praktisch nicht. Behandelt werden heterosexuelle Paare, verheiratet oder nicht, bis zum Tag vor dem 49. Geburtstag der Frau. Die Eizell-, Samen- und Embryonenspende ist erlaubt und gesetzlich anonym, PGT-A gehört zum Standard.
Was Tschechien nicht bietet: die Behandlung alleinstehender Frauen und lesbischer Paare und eine offene Spende. Häufig gewählte Kliniken: Gynem, UNICA Clinic und IVF CUBE, alle in Prag.
Mehr: IVF in Tschechien, IVF in Tschechien: Experten bewerten, Kinderwunschkliniken in Tschechien.
Griechenland: die höchste Altersgrenze in der EU
Griechenland erlaubt die Eizellspende bis zum 54. Geburtstag der Empfängerin, ab 50 mit zusätzlichen ärztlichen Gutachten. Die Spende ist anonym, alleinstehende Frauen werden behandelt, die Preise liegen zwischen denen Tschechiens und Spaniens, und die Kliniken in Athen und Thessaloniki sind auf Patientinnen aus dem Ausland eingestellt. Die nationale Behörde für assistierte Reproduktion lizenziert und kontrolliert die Kliniken. Für Patientinnen aus Deutschland über 50, für die Spanien und Tschechien nicht mehr in Frage kommen, ist Griechenland meist die erste Wahl innerhalb der EU.
Häufig gewählte Kliniken: emBIO Medical Center und Pelargos IVF in Athen, NewLife IVF Greece in Thessaloniki.
Mehr: IVF in Griechenland, IVF in Griechenland über 50, Kinderwunschkliniken in Griechenland.
Nordzypern: die liberalsten Regeln, außerhalb der EU
Nordzypern behandelt Frauen bis 58 Jahre, ab 45 mit Genehmigung des Gesundheitsministeriums, und erlaubt Eizell-, Samen- und Embryonenspende sowie die Kombination aus beidem. Alleinstehende Frauen und lesbische Paare werden behandelt, die Preise und Reisekosten sind niedrig. Zu bedenken ist, dass Nordzypern nicht zur EU gehört: Die EU-Patientenrichtlinie und die Gewebe-Richtlinie gelten dort nicht, die Aufsicht ist weniger streng als in Spanien oder Tschechien, und die Anreise führt meist über Istanbul. Für Patientinnen aus Deutschland ist Nordzypern vor allem dann die Wahl, wenn das Alter oder die gewünschte Behandlung in der EU keine Option mehr lässt.
Häufig gewählte Kliniken: Dunya IVF und Cyprus IVF Hospital in Kyrenia.
Mehr: IVF in Zypern, Kinderwunschkliniken in Nordzypern.
Portugal: offene Eizellspende innerhalb der EU
Portugal ist eines der wenigen Länder, in denen die Spende nicht anonym ist: Das Kind kann ab 18 Jahren die Identität der Spenderin erfahren. Für Paare aus Deutschland, denen das Auskunftsrecht des Kindes wichtig ist, so wie es das deutsche Samenspenderregistergesetz für die Samenspende vorsieht, ist Portugal deshalb die erste Wahl in der EU. Behandelt werden Paare, alleinstehende Frauen und lesbische Paare bis 50 Jahre. Die Preise liegen im Mittelfeld, Lissabon und Porto sind in drei Flugstunden erreichbar. Wegen der offenen Spende gibt es weniger Spenderinnen als in Spanien, Wartezeiten von einigen Wochen bis Monaten sind möglich.
Häufig gewählte Klinik: Ferticentro in Coimbra.
Mehr: IVF in Portugal, Kinderwunschkliniken in Portugal.
Dänemark: Samenspende und Behandlung für alleinstehende Frauen
Dänemark ist das Land mit der längsten Erfahrung in der Samenspende und behandelt alleinstehende Frauen und lesbische Paare seit vielen Jahren als Selbstverständlichkeit. Die Patientin kann zwischen einem anonymen und einem offenen Spender wählen. Die Altersgrenze ist streng: Eine Behandlung ist nur bis zum 46. Geburtstag erlaubt, in der Praxis also bis 45. Die Eizellspende ist möglich, die Preise sind die höchsten in dieser Liste. Für Patientinnen aus Norddeutschland ist Kopenhagen mit dem Zug von Hamburg in viereinhalb Stunden erreichbar, die Kliniken in Jütland sogar mit dem Auto.
Häufig gewählte Klinik: Cryos IVF Clinic in Aarhus.
Mehr: IVF in Dänemark, Samenspende in Europa.
Polen: günstige Preise an der Grenze
Polen erlaubt IVF, ICSI, PGT-A und die anonyme Eizell- und Samenspende für heterosexuelle Paare, verheiratet oder in fester Partnerschaft; alleinstehende Frauen und gleichgeschlechtliche Paare werden nicht behandelt. Eine gesetzliche Altersgrenze gibt es nicht, die Kliniken behandeln meist bis 50. Die Preise gehören zu den niedrigsten in Europa, und Stettin, Posen oder Breslau sind von Berlin, Brandenburg und Sachsen in ein bis drei Stunden erreichbar. Deutschsprachige Betreuung ist seltener als in Prag; fragen Sie danach.
Häufig gewählte Klinik: Klinika Bocian mit mehreren Standorten.
Mehr: IVF in Polen, Kinderwunschkliniken in Polen.
Lettland: niedrige Preise, keine gesetzliche Altersgrenze
Lettland hat keine gesetzliche Altersgrenze für die Empfängerin; die Kliniken in Riga behandeln meist bis 50, in Einzelfällen darüber. Die Spende ist anonym, alleinstehende Frauen werden behandelt, die Preise liegen auf tschechischem Niveau. Riga ist von Berlin, Frankfurt und München in zwei Flugstunden erreichbar. Die Kliniken sind auf Patientinnen aus Skandinavien und Deutschland eingestellt, die Betreuung läuft auf Englisch, teils auf Deutsch.
Häufig gewählte Klinik: Clinic EGV in Riga.
Mehr: IVF in Lettland, Kinderwunschkliniken in Lettland.
Österreich: Eizellspende auf Deutsch, mit engen Grenzen
Seit der Reform des Fortpflanzungsmedizingesetzes ist die Eizellspende in Österreich erlaubt, und für Patientinnen aus Bayern und Baden-Württemberg liegen Wien, Salzburg und Innsbruck näher als Prag. Die Regeln sind aber enger als in den anderen Ländern dieser Liste: Die Empfängerin darf höchstens 45 Jahre alt sein, die Spenderin höchstens 30, behandelt werden nur Paare (auch lesbische Paare), keine alleinstehenden Frauen, die Spende ist nicht anonym (das Kind kann ab 14 Jahren Auskunft verlangen), und die Embryonenspende ist verboten. Spenderinnen sind knapp, Wartezeiten von mehreren Monaten sind üblich, und die Preise liegen über denen in Tschechien. Österreich ist damit eine Option für Paare unter 45, die eine offene Spende in deutscher Sprache suchen und warten können.
Türkei: günstige IVF mit eigenen Eizellen, keine Spende
Die Türkei hat viele moderne Kliniken und niedrige Preise für IVF und ICSI mit eigenen Eizellen, behandelt aber nur verheiratete Paare und verbietet jede Form der Eizell-, Samen- und Embryonenspende sowie die Leihmutterschaft. Für Patientinnen aus Deutschland ist sie deshalb nur dann eine Option, wenn die Behandlung mit eigenen Eizellen möglich ist und die Altersgrenze der Krankenkasse überschritten wurde; viele deutsch-türkische Paare wählen Istanbul oder Antalya wegen Sprache und Familie.
Mehr: IVF in der Türkei, Kinderwunschkliniken in der Türkei.
Welches Land zu Ihrem Budget passt, zeigt der IVF-Kostenrechner von Kinderwunsch im Ausland. Das kostenlose Tool ohne Anmeldung berechnet für acht der hier vorgestellten Länder eine Preisspanne aus Basispaket, Medikamenten und Extras. Am günstigsten ist die IVF mit eigenen Eizellen im Basispaket in Polen und Lettland ab 2.200 Euro, am teuersten in Spanien mit bis zu 6.700 Euro. Österreich und die Türkei sind im Rechner nicht enthalten.
Quelle: IVF-Kostenrechner von Kinderwunsch im Ausland, Kinderwunsch-im-Ausland.de, Preisspannen für Spanien, Tschechien, Griechenland, Nordzypern, Portugal, Dänemark, Lettland und Polen
So finden Sie das richtige Land
1. Rechtslage zuerst
Klären Sie, welche Behandlung Sie brauchen, und streichen Sie alle Länder, in denen sie für Sie nicht erlaubt ist: Eizellspende, Embryonenspende, PGT-A, Behandlung als alleinstehende Frau oder lesbisches Paar, anonyme oder offene Spende, Altersgrenze am Tag des Transfers. Mit diesen Antworten bleiben meist zwei oder drei Länder übrig.
2. Erfolgsraten mit dem deutschen Maßstab lesen
Im Deutschen IVF-Register liegt die klinische Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer mit eigenen Eizellen bei 30,5 Prozent im Frischzyklus. Mit gespendeten Eizellen liegen die Raten pro Transfer in guten europäischen Kliniken bei 50 bis 65 Prozent, unabhängig vom Alter der Empfängerin. Eine Klinik, die deutlich höhere Zahlen nennt, sollte erklären können, was sie zählt: Schwangerschaften oder Geburten, pro Zyklus oder pro Transfer, mit einem oder zwei Embryonen. Mehr dazu: Warum scheinen die Erfolgsraten der Eizellspende im Ausland höher zu sein?
3. Gesamtkosten, nicht Paketpreis
Medikamente, ICSI, Blastozystenkultur, Einfrieren, Lagerung, ein zweiter Transfer, Reise und Hotel kommen zum Paketpreis dazu. Ein Land, das 1.000 Euro günstiger ist, aber zwei zusätzliche Flüge erfordert, ist am Ende nicht günstiger. Lassen Sie sich jede Position schriftlich geben.
4. Qualität und Aufsicht
Fragen Sie, ob die Klinik an ein nationales Register meldet (SEF in Spanien, das nationale Register in Tschechien, die nationale Behörde in Griechenland, ESHRE europaweit), ob das Labor zertifiziert ist und wie viele Zyklen sie pro Jahr durchführt. Woran Sie eine gute Klinik erkennen, steht in unserem Beitrag Beste Kinderwunschklinik im Ausland.
5. Sprache und Betreuung
Deutschsprachige Koordinatorinnen gibt es in Spanien, Tschechien, Griechenland und Nordzypern in den großen Kliniken, deutschsprachige Ärztinnen und Ärzte vor allem in Spanien und Prag. Fragen Sie beim ersten Kontakt, wer Ihre Ansprechperson ist und in welcher Sprache Verträge und Aufklärungsbögen vorliegen.
6. Zusammenarbeit mit Ihrer Frauenärztin
Voruntersuchungen, Stimulation und Ultraschall-Monitoring können bei Ihrer Frauenärztin in Deutschland stattfinden. Fragen Sie, ob die Klinik dafür ein Protokoll auf Deutsch mitgibt und wie sie nach dem Transfer erreichbar ist. Je kürzer die Anreise, desto einfacher wird diese Zusammenarbeit; das ist der Hauptgrund, warum Tschechien bei deutschen Patientinnen so stark abschneidet.
Was für Patientinnen aus Deutschland rechtlich gilt
- Keine Strafbarkeit: Das Embryonenschutzgesetz richtet sich an Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Eine Behandlung mit gespendeten Eizellen im Ausland ist für die Patientin nicht strafbar.
- Rechtliche Mutter: Nach § 1591 BGB ist die Frau, die das Kind geboren hat, die Mutter, auch nach einer Eizellspende im Ausland. Eine Adoption ist nicht nötig.
- Krankenkasse: Für IVF und ICSI mit eigenen Eizellen in einem anderen EU-Land können gesetzlich Versicherte eine anteilige Erstattung beantragen, wenn die Voraussetzungen des § 27a SGB V erfüllt sind. Für Eizellspende und Embryonenspende gibt es keine Erstattung. Details: Rückerstattung für IVF im Ausland.
- Steuer: Die Kosten einer IVF mit eigenen Eizellen können als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden, auch wenn die Behandlung im Ausland stattfand. Für die Eizellspende lehnen die Finanzgerichte das regelmäßig ab, weil die Behandlung in Deutschland verboten ist.
- Anonymität: Nach einer anonymen Spende in Spanien, Tschechien oder Griechenland kann das Kind die Spenderin nicht erfahren. Wer das Auskunftsrecht des Kindes wichtig findet, wählt Portugal, Dänemark oder Österreich.
Alles zu Kosten und Zuschüssen in Deutschland: Kosten und Zuschüsse bei einer IVF-Behandlung in Deutschland.
Häufige Fragen
Welches Land ist das beste für eine künstliche Befruchtung im Ausland?
Für Patientinnen aus Deutschland sind es nach Nachfrage Spanien, Tschechien, Griechenland und Nordzypern, dazu Dänemark für die Samenspende und Portugal für die offene Eizellspende. Welches Land für Sie das beste ist, entscheiden Rechtslage, Alter, Familienstand und Budget, nicht ein Ranking.
In welchen Ländern ist die Eizellspende erlaubt?
In Europa ist die Eizellspende erlaubt in Spanien, Tschechien, Griechenland, Portugal, Dänemark, Polen, Lettland, Österreich, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Finnland, Schweden und Nordzypern. Verboten ist sie in Deutschland, der Schweiz und der Türkei; in Italien ist sie erlaubt, aber wegen fehlender Spenderinnen kaum verfügbar. Anonym ist die Spende in Spanien, Tschechien, Griechenland, Polen, Lettland und Nordzypern; offen in Portugal, Österreich, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden; in Dänemark wählbar.
Welches Land ist das beste für eine IVF ab 40?
Mit eigenen Eizellen sinkt die Geburtenrate pro Transfer ab 40 laut Deutschem IVF-Register auf unter 14 Prozent. Wer mit eigenen Eizellen weitermachen will, braucht eine Klinik mit Erfahrung bei niedriger Reserve und PGT-A, also Spanien, Tschechien oder Griechenland. Wer zur Eizellspende wechselt, hat in allen Ländern dieser Liste bis mindestens 45 Jahre die Wahl. Was mit 38 bis 40 realistisch ist, erklärt unser Beitrag IVF mit 38 oder 39.
Welche Länder behandeln Frauen über 45?
Spanien bis 50, Tschechien bis 49, Portugal bis 50, Lettland und Polen nach Klinikentscheidung meist bis 50, Griechenland bis 54, Nordzypern bis 58. Dänemark und Österreich behandeln nur bis 45. Ab 45 raten fast alle Kliniken zur Eizellspende.
Welches Land ist das beste für eine IVF über 50?
Innerhalb der EU Griechenland (bis 54, ab 50 mit Gutachten), außerhalb Nordzypern (bis 58). In beiden Fällen mit gespendeten Eizellen und nach einer gründlichen gesundheitlichen Abklärung. Mehr dazu: Kinderwunsch über 45 oder 50.
Welches Land für alleinstehende Frauen?
Spanien, Griechenland, Portugal, Dänemark, Nordzypern und Lettland behandeln alleinstehende Frauen. Tschechien, Polen, Österreich und die Türkei nicht. Für die Samenspende mit Wahl zwischen offenem und anonymem Spender ist Dänemark die erste Adresse, für Eizellspende plus Samenspende Spanien oder Griechenland.
Welches Land für die Embryonenspende?
Spanien (Embryoadoption), Tschechien, Griechenland und Nordzypern bieten die Embryonenspende an; in Spanien und Tschechien stammen die Embryonen meist aus Spender-Eizellen und Spender-Samen, die für die Empfängerin erzeugt werden, in Nordzypern auch aus Kombinationen. Preise und Verfügbarkeit: Embryonenspende: Kosten und Verfügbarkeit.
Welches Land für PGT-A?
Spanien, Tschechien und Griechenland bieten PGT-A als Standard an, zu Preisen von 1.500 bis 3.000 Euro für drei bis vier Embryonen. In Deutschland ist das Chromosomenscreening nicht als Routine erlaubt. Was die Untersuchung leistet: Was ist genetisches Präimplantationsscreening (PGS)?
Wo ist die Wartezeit auf eine Eizellspende am kürzesten?
In Spanien, Tschechien, Griechenland und Nordzypern gibt es praktisch keine Wartelisten, weil die großen Kliniken eigene Eizellbanken führen; vom Erstgespräch bis zum Transfer vergehen meist sechs bis acht Wochen. In Portugal, Dänemark und Österreich, wo die Spende offen ist, sind Wartezeiten von Monaten möglich.
Zahlt die Krankenkasse eine künstliche Befruchtung im Ausland?
Für IVF oder ICSI mit eigenen Eizellen in einem EU-Land ja, anteilig und unter den Voraussetzungen des § 27a SGB V: verheiratet, Frau unter 40, Mann unter 50, höchstens drei Versuche, Behandlungsplan vorher genehmigt. Die Kasse erstattet höchstens das, was die Behandlung in Deutschland gekostet hätte. Für die Eizellspende gibt es keine Erstattung. Nordzypern und die Türkei liegen außerhalb der EU; dort gibt es auch für die IVF mit eigenen Eizellen keine Erstattung.
Ist eine künstliche Befruchtung im Ausland steuerlich absetzbar?
Die Kosten einer IVF oder ICSI mit eigenen Eizellen sind als außergewöhnliche Belastung absetzbar, wenn die Behandlung den deutschen Regeln entspricht, auch bei einer Klinik in der EU. Die Kosten einer Eizellspende werden von den Finanzgerichten in der Regel nicht anerkannt, weil die Behandlung in Deutschland verboten ist. Lassen Sie sich von einer Steuerberaterin beraten und bewahren Sie alle Rechnungen auf.
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Quellen
- IVF Media, Patientenbefragung: Warum so viele Paare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ins Ausland gehen, 1.189 Befragte, davon 198 aus dem deutschsprachigen Raum; ivfmedia.org
- Deutsches IVF-Register (D·I·R): Jahrbuch
- Embryonenschutzgesetz (ESchG): gesetze-im-internet.de
- Sozialgesetzbuch V, § 27a Künstliche Befruchtung: gesetze-im-internet.de
- Ley 14/2006 (Spanien): boe.es; Gesetz 373/2011 Sb. (Tschechien); Fortpflanzungsmedizingesetz (Österreich): ris.bka.gv.at
- Griechische Nationale Behörde für assistierte Reproduktion: eaiya.gov.gr

