IVF in Spanien: Experten bewerten Rechtslage, Kosten und Qualität
Spanien ist das Land mit den meisten IVF-Behandlungen in Europa und für Patientinnen aus Deutschland das wichtigste Ziel für die Eizellspende. Für diesen Beitrag haben Ärztinnen, Ärzte und Patientenbetreuerinnen aus spanischen Kinderwunschkliniken die Behandlung in ihrem Land bewertet, viele davon selbst deutschsprachig. Wir haben ihre Antworten zusammengefasst und um das ergänzt, was für Paare und Frauen aus Deutschland rechtlich und praktisch gilt. Zu jeder Bewertung finden Sie den Link zur Videoaufzeichnung.
Kurz gesagt
- In Spanien werden pro Jahr weit über 100.000 Behandlungszyklen der künstlichen Befruchtung durchgeführt, mehr als in jedem anderen Land Europas. Etwa jede fünfte Patientin kommt aus dem Ausland, die meisten für eine Eizellspende.
- Das Gesetz 14/2006 erlaubt IVF, Eizell-, Samen- und Embryonenspende, PID und die ROPA-Methode für lesbische Paare, unabhängig von Familienstand und sexueller Orientierung. Verboten sind Leihmutterschaft und die freie Geschlechtswahl.
- Die Spende ist anonym, Spenderinnen sind 18 bis 35 Jahre alt, pro Spender dürfen höchstens sechs Kinder geboren werden. Die Altersgrenze für Patientinnen liegt in den Kliniken bei 50 Jahren.
- Eine IVF mit eigenen Eizellen kostet in Spanien 3.600 bis 6.700 Euro, eine IVF mit Eizellspende 6.500 bis 8.500 Euro. Das ist teurer als in Tschechien oder Griechenland, dafür gibt es die größte Auswahl an Kliniken und Spenderinnen und keine Wartezeiten.
- Für Patientinnen aus Deutschland sprechen die vielen deutschsprachigen Ärztinnen und Ärzte, die Offenheit für alleinstehende Frauen und lesbische Paare und die Flugverbindungen nach Madrid, Barcelona, Alicante, Valencia und Mallorca.
IVF in Spanien auf einen Blick
| Thema | Regelung in Spanien | Zum Vergleich: Deutschland |
|---|---|---|
| Wer wird behandelt | Jede volljährige Frau, unabhängig von Familienstand und sexueller Orientierung | Paare, in vielen Zentren auch alleinstehende Frauen und lesbische Paare; Kassenleistung nur für Verheiratete |
| Altersgrenze der Frau | Keine gesetzliche Grenze, Kliniken behandeln bis 50, in Einzelfällen bis 52 | Keine gesetzliche Grenze, Kassenleistung bis zum 40. Geburtstag |
| Eizellspende | Erlaubt, anonym, Spenderinnen 18 bis 35 Jahre | Verboten (§ 1 Embryonenschutzgesetz) |
| Samenspende | Erlaubt, anonym, Spender 18 bis 50 Jahre | Erlaubt, nicht anonym (Samenspenderregister) |
| Embryonenspende (Embryoadoption) | Erlaubt, anonym | Nur Weitergabe überzähliger Embryonen |
| ROPA (lesbische Paare, eine Frau spendet, die andere trägt aus) | Erlaubt für verheiratete Frauen | Nicht erlaubt |
| PID und PGT-A | Erlaubt, auch bei höherem Alter der Frau und wiederholten Fehlgeburten | Nur PID nach Votum einer Ethikkommission bei schwerer Erbkrankheit |
| Geschlechtswahl | Nur zur Vermeidung schwerer Erbkrankheiten | Verboten |
| Leihmutterschaft | Verboten | Verboten |
| Höchstzahl übertragener Embryonen | Drei, in der Praxis meist einer | Drei |
| Aufsicht | Lizenz der Gesundheitsbehörde der jeweiligen Region, Meldepflicht an das SEF-Register, nationales Spenderregister | Genehmigung nach § 121a SGB V, Deutsches IVF-Register |
Warum Patientinnen aus Deutschland Spanien wählen
Spanien hat die liberalste Gesetzgebung zur assistierten Reproduktion in Europa und die längste Erfahrung mit der Eizellspende: Das erste spanische IVF-Kind wurde 1984 geboren, der erste Eizellspende-Zyklus 1988 durchgeführt. Heute gibt es mehr als 200 Kinderwunschzentren, die meisten in Madrid, Barcelona, Valencia und an der Costa Blanca um Alicante. Die großen Kliniken haben eigene Spenderinnenprogramme mit mehreren hundert Spenderinnen, sodass Wartezeiten entfallen.
Für Patientinnen aus Deutschland kommen drei Gründe zusammen: Die Eizellspende ist in Deutschland verboten; alleinstehende Frauen und lesbische Paare erhalten in Deutschland keine Kassenleistung und finden nicht in jedem Zentrum eine Behandlung; und wer eine genetische Untersuchung der Embryonen wünscht, bekommt sie in Deutschland nicht als Routine. Dazu kommt die Sprache: In Madrid, Barcelona, Alicante, Valencia und auf Mallorca arbeiten deutschsprachige Ärztinnen und Ärzte, mehrere von ihnen stellen wir weiter unten vor.
Bewertet von: Dr. Jana Bechthold, Fertilitätsexpertin, Clínica Tambre, Madrid. Videobewertung ansehen
Aus welchen Ländern kommen die Patientinnen?
Nach Spanien kommen Patientinnen aus ganz Europa. Die größten Gruppen stammen aus Frankreich und Italien, wo die Eizellspende lange verboten oder stark eingeschränkt war, gefolgt von Patientinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Aus dem deutschsprachigen Raum kommen vor allem Frauen und Paare, die eine Eizellspende brauchen, alleinstehende Frauen, lesbische Paare und Patientinnen über 40, die in Deutschland die Altersgrenze der Krankenkasse überschritten haben.
Bewertet von: Dr. Christos Roukoudis, Gynäkologe und Kinderwunschexperte, IVF-Life, Alicante. Videobewertung ansehen
Welche spanischen Städte wählen Patientinnen aus Deutschland?
Madrid, Barcelona, Alicante und Valencia sind die vier wichtigsten Standorte, dazu kommt Palma de Mallorca. Alle fünf sind von den großen deutschen Flughäfen in zwei bis drei Stunden erreichbar, Alicante und Mallorca auch von kleineren Flughäfen wie Nürnberg, Hannover oder Leipzig. Alicante an der Costa Blanca hat die höchste Dichte an Kliniken, die auf internationale Patientinnen ausgerichtet sind, und wird oft mit einem Kurzurlaub verbunden.
Bewertet von: Dr. Oliver Pack, Fertilitätsspezialist, IVF-Life, Alicante. Videobewertung ansehen
Reproduktionsmedizin in Spanien: Zahlen und Entwicklung
Wie in Deutschland haben in Spanien rund 15 bis 20 Prozent der Paare Schwierigkeiten, schwanger zu werden, und das Durchschnittsalter der Patientinnen in den Kliniken liegt inzwischen bei 39 Jahren. Spanien führt mehr als 100.000 Behandlungszyklen pro Jahr durch, etwa die Hälfte davon IVF und ICSI, mehr als zehn Prozent mit Präimplantationsdiagnostik. Rund die Hälfte aller Eizellspende-Zyklen in Europa findet in Spanien statt. Jede fünfte Patientin kommt aus dem Ausland. Seit 2005 sind gleichgeschlechtliche Ehen erlaubt, seit 2006 regelt das Gesetz 14/2006 die Reproduktionsmedizin; auf dieser Grundlage bieten viele Zentren die ROPA-Methode an, bei der eine Partnerin die Eizellen gibt und die andere die Schwangerschaft austrägt.
Bewertet von: Dr. Xinxin Lin, Fertilitätsexpertin, Barcelona IVF. Videobewertung ansehen
Wie wird die Qualität der Kliniken kontrolliert?
Jede Kinderwunschklinik in Spanien braucht eine Zulassung der Gesundheitsbehörde ihrer autonomen Region, die alle zwei Jahre erneuert wird. Voraussetzung ist ein IVF-Labor, das den Standards der Spanischen Fertilitätsgesellschaft (SEF) und der ESHRE entspricht, und nachgewiesene Erfahrung des Teams. Die Kliniken melden ihre Ergebnisse jährlich an das SEF-Register, das sie an das europäische Register der ESHRE weitergibt. Seit 2021 gibt es außerdem ein nationales Spenderregister (SIRHA), das die Zahl der Kinder pro Spender kontrolliert.
Für Patientinnen aus Deutschland heißt das: Der Rahmen ist mit dem Deutschen IVF-Register vergleichbar, aber auch die SEF warnt davor, die Ergebnisse einzelner Kliniken direkt zu vergleichen, weil die Patientengruppen unterschiedlich sind. Worauf Sie beim Vergleich achten sollten, erklärt unser Beitrag Beste Kinderwunschklinik im Ausland.
Bewertet von: Dr. Xinxin Lin, Fertilitätsexpertin, Barcelona IVF. Videobewertung ansehen
Wie läuft die Betreuung für Patientinnen aus dem Ausland?
Die großen spanischen Kliniken haben internationale Abteilungen mit Koordinatorinnen für jede Sprache. Für Patientinnen aus Deutschland bedeutet das: Erstgespräch per Video auf Deutsch, Verträge und Aufklärungsbögen auf Deutsch, Abstimmung mit der Frauenärztin in Deutschland für Blutwerte und Ultraschall, und ein fester Ansprechpartner während der gesamten Behandlung. Bei der Eizellspende wird der Zyklus der Empfängerin mit dem der Spenderin synchronisiert oder es werden eingefrorene Eizellen verwendet, sodass die Patientin meist nur einmal für zwei bis drei Tage zum Embryotransfer anreisen muss. Viele Kliniken organisieren den Transfer vom Flughafen und haben Vereinbarungen mit Hotels in der Nähe.
Bewertet von: Jannike Funke, Patientenbetreuerin, Institut Marquès, Barcelona. Videobewertung ansehen
Wie regelt das spanische Recht die Kinderwunschbehandlung?
Das Gesetz 14/2006 über assistierte Reproduktionstechniken beim Menschen ist eines der umfassendsten in Europa. Es erlaubt jeder volljährigen, entscheidungsfähigen Frau die Behandlung, unabhängig von Familienstand und sexueller Orientierung, und regelt im Detail den Umgang mit Eizellen, Spermien und Embryonen. Erlaubt sind IVF und ICSI, Eizell-, Samen- und Embryonenspende, die Präimplantationsdiagnostik zum Ausschluss schwerer Erbkrankheiten und das Einfrieren von Keimzellen und Embryonen. Verboten sind die Leihmutterschaft, weil die Mutterschaft in Spanien durch die Geburt bestimmt wird, und die Geschlechtswahl ohne medizinischen Grund.
Die Klinik muss lizenziert sein, Spenden müssen freiwillig, anonym und unentgeltlich sein, Spender müssen volljährig, gesund und registriert sein, und pro Spender dürfen höchstens sechs Kinder geboren werden. Es dürfen höchstens drei Embryonen übertragen werden; in der Praxis übertragen die meisten Kliniken einen. Eingefrorene Embryonen können bis zum Ende des reproduktiven Alters der Frau gelagert werden; alle zwei Jahre muss das Paar über ihr Schicksal entscheiden: eigene Nutzung, Spende an ein anderes Paar, Forschung oder Vernichtung.
Bewertet von: Blanca Matas, Medizinische Assistentin, Reproclinic, Barcelona. Videobewertung ansehen
Bis zu welchem Alter ist eine IVF in Spanien möglich?
Das Gesetz nennt keine Altersgrenze. Die Kliniken haben sich mit den Behörden auf 50 Jahre verständigt; einzelne Zentren behandeln nach einer Fallkonferenz bis 52. Ab 45 muss die leitende Ärztin die Schwangerschaft aus medizinischer Sicht freigeben, bei einem BMI über 40 raten die Kliniken von einer Behandlung ab. Mit eigenen Eizellen behandeln die meisten Kliniken bis etwa 44 bis 45 Jahre, danach raten sie zur Eizellspende. Für Männer gibt es keine Altersgrenze. Was ab 45 oder 50 realistisch ist, erklären unsere Beiträge Kinderwunsch über 45 oder 50 und IVF über 50 in Spanien.
Bewertet von: Dr. Xinxin Lin, Fertilitätsexpertin, Barcelona IVF. Videobewertung ansehen
Wie ist die Eizellspende in Spanien geregelt?
Spenderinnen sind gesunde Frauen zwischen 18 und 35 Jahren, die freiwillig und ohne Bezahlung spenden; sie erhalten eine gesetzlich gedeckelte Aufwandsentschädigung. Sie werden gynäkologisch, psychologisch und genetisch untersucht, auf Infektionen getestet und im nationalen Register erfasst. Die Spende ist anonym: Die Empfängerin erhält allgemeine Angaben wie Alter, Blutgruppe und Aussehen, aber keine Identität. Das Kind kann später dieselben allgemeinen Angaben erhalten. Die Empfängerin sollte einen BMI unter 32 haben und darf bis 50 Jahre alt sein.
Für Patientinnen aus Deutschland ist das der Punkt, der die Länderwahl entscheidet: Wer eine anonyme Spende mit großer Auswahl und ohne Wartezeit sucht, ist in Spanien richtig; wer eine offene Spende wünscht, bei der das Kind die Spenderin später kennenlernen kann, findet sie in Portugal oder Dänemark. Die Altersgrenzen reichen von 45 Jahren in Dänemark bis 58 Jahren in Nordzypern. Alle Details zu Altersgrenze, Chancen und Voraussetzungen stehen in unserem Beitrag Eizellspende in Spanien, den Ländervergleich finden Sie unter Eizellspende im Ausland.
Bewertet von: Dr. Jana Bechthold, Fertilitätsexpertin, Clínica Tambre, Madrid. Videobewertung ansehen
Wie ist die Samenspende geregelt?
Samenspender sind zwischen 18 und 50 Jahre alt, spenden anonym und unentgeltlich und werden ärztlich, psychologisch und genetisch untersucht, einschließlich Karyotyp, Infektionsserologie und Trägerscreening. Die Spende ist nur in lizenzierten Kliniken erlaubt, eine Heiminsemination mit Spendersamen ist nicht zulässig. Pro Spender dürfen höchstens sechs Kinder geboren werden, die Unterlagen werden 30 Jahre aufbewahrt.
Für Patientinnen aus Deutschland ist der Unterschied zum deutschen Samenspenderregistergesetz wichtig: Ein in Deutschland mit Spendersamen gezeugtes Kind kann ab 16 Jahren die Identität des Spenders erfahren; bei einer anonymen Spende in Spanien gibt es nur die allgemeinen Angaben. Mehr dazu im Ratgeber zur Samenspende in Europa.
Bewertet von: Blanca Matas, Medizinische Assistentin, Reproclinic, Barcelona. Videobewertung ansehen
ROPA: die Behandlung für lesbische Paare
Bei der ROPA-Methode (reziproke IVF) gibt eine Partnerin die Eizellen, die mit Spendersamen befruchtet werden, und die andere Partnerin trägt die Schwangerschaft aus. Beide werden rechtlich Mütter, eine genetisch, eine durch die Geburt. Voraussetzung ist, dass die beiden Frauen verheiratet sind, denn ROPA ist die einzige gesetzliche Ausnahme von der Anonymität der Eizellspende. Die Frau, die die Eizellen gibt, sollte eine gute Eizellreserve haben, die Frau, die austrägt, eine gesunde Gebärmutter.
In Deutschland ist ROPA nicht möglich, weil die Übertragung der Eizelle einer Frau auf eine andere als Eizellspende unter das Embryonenschutzgesetz fällt. Spanien ist deshalb für lesbische Paare aus Deutschland das wichtigste Ziel. Mehr dazu in unserem Beitrag Kinderwunsch bei lesbischen Paaren.
Bewertet von: Anja Naumann, Medizinische Assistentin, Institut Marquès, Barcelona. Videobewertung ansehen
Wie werden Spenderin und Empfängerin zusammengeführt?
Die Zuordnung erfolgt nach Blutgruppe und äußeren Merkmalen: Augen-, Haar- und Hautfarbe, Größe, Gewicht. Viele Kliniken nutzen zusätzlich eine Software zum Abgleich von Gesichtsmerkmalen (Fenomatch), die mehr als 100 Gesichtszüge vergleicht und die Spenderin findet, die der Empfängerin am ähnlichsten sieht. Ein erweitertes genetisches Trägerscreening von Spenderin und Partner der Empfängerin schließt aus, dass beide dieselbe rezessive Erbkrankheit tragen.
Bewertet von: Dr. Jana Bechthold, Fertilitätsexpertin, Clínica Tambre, Madrid. Videobewertung ansehen
Gibt es Wartezeiten für eine Eizellspende?
Nein. Spanien hat die größte Zahl an Eizellspenderinnen in Europa; eine einzelne große Klinik führt 500 bis 600 aktive Spenderinnen. Von der Bestätigung der Behandlung bis zum ersten Embryotransfer vergehen in der Regel höchstens zwei Monate. Seltener sind Spenderinnen mit asiatischer oder afrikanischer Herkunft, hier kann die Suche länger dauern.
Bewertet von: Dr. Isabel Herrera, Fertilitätsspezialistin, IVF-Life, Alicante. Videobewertung ansehen
Ist PID in Spanien erlaubt, und wann wird sie empfohlen?
Die Präimplantationsdiagnostik ist in Spanien erlaubt und klar geregelt, einschließlich des Chromosomenscreenings der Embryonen (PGT-A). Erlaubt ist alles außer der Geschlechtswahl ohne medizinischen Grund; in besonderen Fällen muss die Nationale Kommission für assistierte Reproduktion zustimmen. Die häufigsten Gründe sind das Alter der Frau ab etwa 38, wiederholte Fehlgeburten und mehrere erfolglose Transfers. Nach dem SEF-Register werden in Spanien pro Jahr mehr als 12.000 Zyklen mit Präimplantationsdiagnostik durchgeführt.
In Deutschland ist PGT-A nicht als Routine erlaubt; eine PID ist nur nach Zustimmung einer Ethikkommission bei einem hohen Risiko für eine schwere Erbkrankheit möglich. Was die Untersuchung leistet, erklärt unser Beitrag Was ist genetisches Präimplantationsscreening (PGS)?, was eine IVF ab 38 realistisch bringt, der Beitrag IVF mit 38 oder 39.
Bewertet von: Dr. Xinxin Lin, Fertilitätsexpertin, Barcelona IVF. Videobewertung ansehen
Wie hoch sind die IVF-Erfolgsraten in Spanien?
Mit eigenen Eizellen hängt der Erfolg vom Alter der Frau ab, mit gespendeten Eizellen nicht, weil die Spenderin jung ist. Die Kliniken melden ihre Ergebnisse jährlich an die SEF, die sie nach einheitlichen Regeln veröffentlicht: biochemische und klinische Schwangerschaft, Geburt pro Transfer und seit einigen Jahren auch kumulative Raten pro begonnenem Zyklus. Die SEF selbst warnt davor, Zentren anhand dieser Zahlen zu vergleichen. Lassen Sie sich die Erfolgsraten für Ihre Altersgruppe und Ihre Behandlung erklären und fragen Sie, ob sie extern geprüft wurden.
Als Maßstab für Patientinnen aus Deutschland: Im Deutschen IVF-Register liegt die klinische Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer mit eigenen Eizellen bei 30,5 Prozent im Frischzyklus; mit gespendeten Eizellen liegen die Raten pro Transfer in guten spanischen Kliniken bei 50 bis 65 Prozent. Warum die Zahlen im Ausland oft höher wirken, erklärt der Beitrag Warum scheinen die Erfolgsraten der Eizellspende im Ausland höher zu sein?
Bewertet von: Dr. Andreas Abraham, Dr. med. und PhD, Leiter von Eugin, Barcelona. Videobewertung ansehen
Was kostet eine IVF in Spanien?
Spanien ist teurer als Tschechien, Griechenland oder Nordzypern, dafür bieten die Kliniken die größte Auswahl an Spenderinnen, die höchste Dichte an deutschsprachigem Personal und keine Wartezeiten. Rechnen Sie bei einer IVF mit eigenen Eizellen mit 20 bis 30 Prozent Zusatzkosten auf den Paketpreis, bei einer Eizellspende mit 10 bis 20 Prozent, jeweils ohne Reise.
| Behandlung | Spanien | Tschechien | Deutschland (Selbstzahler) |
|---|---|---|---|
| IVF oder ICSI mit eigenen Eizellen, ohne Medikamente | 3.600 bis 6.700 Euro | 2.500 bis 3.500 Euro | 3.000 bis 5.000 Euro |
| IVF mit Eizellspende | 6.500 bis 8.500 Euro | 5.500 bis 7.000 Euro | verboten |
| Embryonenspende (Embryoadoption) | 3.000 bis 5.000 Euro | 2.500 bis 4.000 Euro | nicht als Behandlung verfügbar |
| PGT-A, drei bis vier Embryonen | 2.000 bis 3.000 Euro | 1.500 bis 2.500 Euro | nicht als Routine verfügbar |
| Kryotransfer | 1.200 bis 2.000 Euro | 800 bis 1.300 Euro | 800 bis 1.500 Euro |
| Anreise aus Deutschland | Flug, 150 bis 400 Euro pro Person | Auto oder Bahn, 50 bis 150 Euro | entfällt |
Prüfen Sie bei jedem Angebot, ob Medikamente, ICSI, Blastozystenkultur, Einfrieren und Lagerung enthalten sind, ob die Klinik ein eigenes Spenderinnenprogramm hat oder Eizellen zukauft, und wie Garantieprogramme mit Rückzahlung im Detail funktionieren. Eine Übersicht aller Länder mit Beispielrechnungen finden Sie auf der Seite IVF-Kosten im Ausland.
Bewertet von: Dr. Andreas Abraham, Dr. med. und PhD, Leiter von Eugin, Barcelona. Videobewertung ansehen
Was eine Behandlung in Spanien für Sie kostet, berechnet der IVF-Kostenrechner von Kinderwunsch im Ausland kostenlos und ohne Anmeldung. Für Spanien setzt er das Basispaket einer IVF mit eigenen Eizellen mit 3.600 bis 6.700 Euro an, das einer Eizellspende mit 6.500 bis 8.500 Euro. Die Medikamente für Stimulation und Transfer kommen mit 1.350 bis 2.000 Euro hinzu, PGT-A mit 1.800 bis 3.200 Euro.
Quelle: IVF-Kostenrechner für Spanien und sieben weitere Länder, Kinderwunsch-im-Ausland.de, Preisspannen spanischer Kliniken nach dem IVF Abroad Patient’s Guide von IVF Media
Was für Patientinnen aus Deutschland rechtlich gilt
- Keine Strafbarkeit: Das Embryonenschutzgesetz richtet sich an Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Eine Behandlung mit gespendeten Eizellen in Spanien ist für die Patientin nicht strafbar.
- Rechtliche Mutter: Nach § 1591 BGB ist die Frau, die das Kind geboren hat, die Mutter, auch nach einer Eizellspende im Ausland. Bei ROPA ist in Deutschland zusätzlich eine Stiefkindadoption durch die Partnerin nötig, die das Kind nicht geboren hat.
- Kostenerstattung: Für IVF und ICSI mit eigenen Eizellen können gesetzlich Versicherte unter den Voraussetzungen des § 27a SGB V eine anteilige Erstattung beantragen, auch in Spanien: verheiratet, Frau unter 40, Mann unter 50, höchstens drei Versuche, Behandlungsplan vorher genehmigt. Für Eizellspende, Embryonenspende und ROPA gibt es keine Erstattung. Details: Rückerstattung für IVF im Ausland.
- Betreuung in Deutschland: Voruntersuchungen, Stimulation und Ultraschall-Monitoring können bei der Frauenärztin in Deutschland stattfinden; die spanischen Kliniken geben dafür Protokolle auf Deutsch mit.
- Anonymität: Das Kind kann die Identität der Spenderin nicht erfahren. Psychosoziale Beratung zur Familienbildung mit Spende bieten in Deutschland etwa pro familia und das BKiD-Netzwerk an.
Erfahrungen deutscher Patientinnen mit IVF und Eizellspende in Spanien
In der Patientenbefragung von IVF Media, dem Betreiber dieser Seite, nannten 1.189 Patientinnen aus ganz Europa ihre Gründe für eine Behandlung im Ausland. Die wichtigsten Gründe waren die Kosten (41 %), restriktive Gesetze im Heimatland (35 %), verfügbare Behandlungsmöglichkeiten (35 %). Bei Patientinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz standen die Gesetze mit 61 Prozent an erster Stelle, und 51 Prozent dieser Gruppe suchten eine Behandlung mit gespendeten Eizellen. Die vollständige Auswertung finden Sie im Beitrag Warum so viele Paare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ins Ausland gehen.
In den Erfahrungsberichten zu spanischen Kliniken werden am häufigsten genannt: die deutschsprachigen Ärztinnen und Ärzte, die Geschwindigkeit vom Erstgespräch bis zum Transfer und die Möglichkeit, die Behandlung mit wenigen Reisetagen zu verbinden. Kritik gibt es bei den Preisen für Zusatzleistungen und bei Kliniken, die mit Pauschalen werben, deren Inhalt erst auf Nachfrage klar wird. Bewertungen einzelner Kliniken: Clínica Tambre, Barcelona IVF, Instituto Bernabeu, Eugin, Reproclinic und UR Vistahermosa.
Deutschsprachige Kliniken und Ärzte in Spanien
- Clínica Tambre, Madrid: deutschsprachiges Ärzteteam um Dr. Jana Bechthold, Eizellspende, PGT-A, Behandlung alleinstehender Frauen und lesbischer Paare. Preise und Leistungen: Clinica Tambre Top IVF-Programm.
- IVI (Top IVF-Programm), Madrid, Barcelona, Valencia, Alicante und Mallorca: größte Klinikgruppe Spaniens mit deutschsprachigen Ärztinnen und Ärzten an mehreren Standorten, darunter Dr. Nina Wegmann in Madrid, Dr. Jakob Doblinger in Valencia und Dr. Sandra Haitzinger auf Mallorca.
- Barcelona IVF: Eizellspende und PGT-A, Patientenkoordination auf Deutsch. Preise und Leistungen: Barcelona IVF Top IVF-Programm.
- Instituto Bernabeu, Alicante, Madrid und Mallorca: Schwerpunkt Eizellspende, genetische Diagnostik und schwierige Fälle, deutschsprachige Betreuung.
- UR Vistahermosa (Top IVF-Programm), Alicante: deutschsprachige Ärzte, Erfahrung mit Low Respondern, siehe unser Interview zu schlechten Respondern.
- Institut Marquès, Reproclinic (Top IVF-Programm) und Eugin, Barcelona: deutschsprachige Patientenbetreuung, ROPA, Embryoadoption.
Alle Profile mit Preisen und Leistungen: Kinderwunschkliniken in Spanien. Ablauf, Rechtslage und Städte im Überblick: IVF in Spanien.
Häufige Fragen
Ist die Eizellspende in Spanien für Deutsche legal?
Ja. Die Eizellspende ist in Spanien seit 1988 erlaubt, und das deutsche Embryonenschutzgesetz gilt nur für Behandlungen in Deutschland. Patientinnen aus Deutschland machen sich nicht strafbar, und die Frau, die das Kind zur Welt bringt, ist nach § 1591 BGB die rechtliche Mutter.
Was kostet eine künstliche Befruchtung in Spanien?
Eine IVF oder ICSI mit eigenen Eizellen kostet 3.600 bis 6.700 Euro pro Zyklus ohne Medikamente, eine IVF mit gespendeten Eizellen 6.500 bis 8.500 Euro. Dazu kommen 10 bis 30 Prozent für Medikamente, Einfrieren und Lagerung sowie die Reise.
Bis zu welchem Alter ist eine Eizellspende in Spanien möglich?
Bis 50 Jahre, in einzelnen Kliniken nach einer Fallkonferenz bis 52. Ab 45 muss die Ärztin die Schwangerschaft medizinisch freigeben. Gesetzlich ist keine Grenze festgelegt, die 50 Jahre sind eine Vereinbarung der Kliniken mit den Behörden.
Werden alleinstehende Frauen und lesbische Paare in Spanien behandelt?
Ja. Das Gesetz 14/2006 erlaubt die Behandlung jeder volljährigen Frau unabhängig von Familienstand und sexueller Orientierung. Verheiratete lesbische Paare können die ROPA-Methode nutzen, bei der eine Partnerin die Eizellen gibt und die andere die Schwangerschaft austrägt. Mehr dazu im Beitrag IVF für alleinstehende Frauen.
Kann das Kind die Spenderin später kennenlernen?
Nein. Die Eizell- und Samenspende ist in Spanien anonym. Kind und Empfängerin erhalten allgemeine Angaben wie Alter, Blutgruppe und Aussehen, aber nicht die Identität. Eine offene Spende gibt es in Portugal, Dänemark oder Großbritannien.
Gibt es Wartezeiten für eine Eizellspende in Spanien?
Praktisch nicht. Die großen Kliniken haben mehrere hundert aktive Spenderinnen, und vom Erstgespräch bis zum Transfer vergehen meist sechs bis acht Wochen. Nur bei seltenen Herkunftsmerkmalen kann die Suche länger dauern.
Zahlt die deutsche Krankenkasse eine IVF in Spanien?
Für IVF oder ICSI mit eigenen Eizellen kann eine anteilige Erstattung beantragt werden, wenn die Voraussetzungen des § 27a SGB V erfüllt sind. Für Eizellspende, Embryonenspende und ROPA gibt es keine Erstattung, weil diese Behandlungen in Deutschland nicht erlaubt sind.
Spanien oder Tschechien: Was passt besser?
Tschechien ist günstiger und mit dem Auto erreichbar, behandelt aber nur heterosexuelle Paare und bis 49 Jahre. Spanien ist teurer, bietet dafür die größte Auswahl an Spenderinnen, die meisten deutschsprachigen Ärzte, die Behandlung alleinstehender Frauen und lesbischer Paare und die Altersgrenze 50. Unseren Expertenbeitrag zu Tschechien finden Sie unter IVF in Tschechien: Experten bewerten.
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Quellen
- Ley 14/2006, de 26 de mayo, sobre técnicas de reproducción humana asistida: boe.es
- Sociedad Española de Fertilidad (SEF), Registro Nacional de Actividad: sefertilidad.net
- Deutsches IVF-Register (D·I·R): Jahrbuch
- Embryonenschutzgesetz (ESchG): gesetze-im-internet.de
- Sozialgesetzbuch V, § 27a Künstliche Befruchtung: gesetze-im-internet.de
- IVF Media, Patientenbefragung zur Kinderwunschbehandlung im Ausland: ivfmedia.org

